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Stromnetz: Bundesnetzagentur kürzt Rendite nur leicht

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Die Bundesnetzagentur kürzt die Renditen der Betreiber von Gas- und Stromnetzen - allerdings weniger stark als erwartet. Präsident Matthias Kurth sagte dem Handelsblatt, die Behörde sende damit das Signal an institutionelle Anleger, dass es sich lohne, in deutschen Netze zu investieren.

Die Renditen der Gas- und Stromnetzbetreiber werden weniger stark gekürzt als erwartet.
Die Renditen der Gas- und Stromnetzbetreiber werden weniger stark gekürzt als erwartet.
Der Eigenkapitalzinssatz bei Neuinvestitionen soll von derzeit 9,29 Prozent auf 9,05 Prozent sinken. Er legt fest, welche Rendite das angelegte Kapital einbringen darf. Ursprünglich wollte die Netzagentur einen Wert von 8,2 Prozent festlegen. Gegen diese im September vorgelegten Pläne waren jedoch die Netzbetreiber Sturm gelaufen und hatten vor einem Scheitern des dringend nötigen Netzausbaus gewarnt. Sie argumentierten, mit dem niedrigeren Zinssatz könne man an den internationalen Kapitalmärkten keine institutionellen Anleger gewinnen, und forderten stattdessen eine Anhebung der Renditen. Für Altanlagen wurde ein Zinssatz von künftig 7,14 Prozent festgelegt.

Die neuen Zinssätze sollen am kommenden Mittwoch im Amtsblatt der Behörde veröffentlicht werden. Die Neuerungen werden bei den Gasnetzen ab 2013, bei den Stromnetzen ab 2014 in Kraft treten. Verbraucherschützer und der Bundesverband Neuer Energieanbieter e.V. kritisierten die Entscheidung und sprachen von einem Geschenk an die Netzbetreiber. Sie bezifferten die Mehrbelastung für die Verbraucher auf über drei Milliarden Euro. Bereits ab 2012 kassieren zudem zahlreiche Netzbetreiber deutlich mehr: Sie können aufgrund einer Gesetzeslücke die Netzentgelte, die einen Teil der Energiepreise ausmachen, teilweise deutlich erhöhen.

Aktuell wurde noch eine weitere Entscheidung der Bundesnetzagentur bekanntgegeben: Die Einspeisevergütung für neue Photovoltaikanlagen sinkt ab Januar 2012 um 15 Prozent im Vergleich zum aktuellen Wert auf 17,94 Cent bis 24,43 Cent pro Kilowattstunde - je nach Standort und Größe der Anlage. Die Vergütungssätze, die von den Stromkunden über die EEG-Umlage bezahlt werden, werden jährlich gesenkt. Die Höhe der Kürzung hängt im Solarbereich vom Zubau an neuen Anlagen ab. Die Photovoltaik wurde wegen der hohen Einspeisevergütung und der vergleichsweise geringen Stromausbeute immer wieder als Preistreiber kritisiert.