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Kostenentlastung bei Energiewende Verbraucherschützer wollen die Stromsteuer abschaffen

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Der Verbraucherzentrale Bundesverband (Vzbv) und der Handelsverband Deutschland (HDE) fordern die Abschaffung der Stromsteuer. In einem gemeinsamen Positionspapier, das am Mittwoch veröffentlicht wurde, kritisieren sie, dass die Stromsteuer „in einem zunehmend von erneuerbaren Energien geprägten Stromsystem nicht mehr zeitgemäß ist“. Durch den Wegfall der Steuer würden Handel und Verbraucher etwa 1,7 Milliarden Euro sparen.
 

Stromleitung: Die Netzentgelte sind so hoch wie nie.
Der Vzbv und der HDE wollen Energiewendekosten gerechter verteilen - unter anderem soll die Stromsteuer wegfallen.
Handel und Verbraucher würden bereits etwa 48,3 Prozent ihres Stroms aus EEG-geförderten Erzeugungsanlagen beziehen. Zumindest für diesen Strom sollte die Stromsteuer gestrichen werden, so die Haltung der beiden Verbände im Positionspapier. Die Belastung von Ökostrom mit der sogenannten Ökosteuer, widerspreche zudem den Zielen der Energiewende, erklären der Vzbv und HDE weiter. Denn allein durch die EEG-Umlage zahlen Stromkunden bereits doppelt für die Energiewende. Obwohl sie nur etwa ein Drittel des Stromverbrauchs benötigen, zahlen Privathaushalte und Handelsunternehmen etwa die Hälfte des gesamten Umlagebetrages.
 

Kostenersparnis von 3,8 Millionen Euro möglich

Insgesamt könnten Handel und Verbraucher um fast 3,8 Milliarden Euro pro Jahr entlastet werden, wenn die Kosten für die Energiewende optimiert und gerechter verteilt würden. Daher schlagen die beiden Verbände ein Paket an Maßnahmen vor, zu dem neben der Stromsteuerreform auch eine finanzielle Beteiligung des industriellen Eigenverbrauchs an den Energiewendekosten sowie eine Abschaffung der Netzentgeltbefreiung für einige Industrieunternehmen gehört.
 

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