Sie sind hier:

Hohe Ökostrom-Umlage Deutsche Unternehmen fordern niedrigere Strompreise

|

Die deutsche Wirtschaft fühlt sich durch hohe Strompreise im internationalen Vergleich benachteiligt. In einem Positionspapier fordern deutsche Unternehmen deshalb, die Ökostrom-Umlage zu senken.

Deutsche Wirtschaft fordert niedrigere Strompreise.
Die deutsche Wirtschaft will weniger für ihren Strom bezahlen.
„Die deutschen Mittelständler zahlen die höchsten Strompreise in der EU, doppelt so viel wie ihre französischen Kollegen“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, gegenüber dem Handelsblatt. Die Ökostrom-Umlage müsse schnellstens gesenkt werden, zumal mit weiter steigenden Strompreisen zu rechnen sei.

Bei dem Vergleich mit Frankreich muss jedoch bedacht werden, dass das Land seinen Strom bisher fast ausschließlich in Atomkraftwerken gewinnt. Die zum Teil in die Jahre gekommenen Kernkraftwerke sorgen immer wieder mit Sicherheitsmängeln für Aufsehen. Auch in Frankreich wandelt sich die Energieversorgung in Richtung erneuerbare Energien.
 

Wie die Ökostrom-Umlage gesenkt werden könnte

In Deutschland wird durch die EEG-Umlage der Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert. Zu knapp zwei Dritteln wird sie von der Wirtschaft, zu gut einem Drittel von Privathaushalten getragen. Einige Unternehmen sind von der Umlage teilweise befreit.

In ihrem Positionspapier fordert die DIHK, die Stromsteuer zu nutzen, um so die Ökostrom-Umlage zu senken. Ein weiterer Vorschlag ist, einen Teil der Kosten der EEG-Umlage in einen Fonds zu übertragen. So könne die Umlage ab einem bestimmten Wert gedeckelt werden. Darüber hinaus wäre es laut dem Positionspapier auch denkbar, die Umlage auf den Wärme- und Verkehrssektor auszuweiten. So würden auch Kohle, Öl und Gas belastet. Der letztgenannte Vorschlag dürfte auch von Umweltverbänden begrüßt werden. Denn diese kritisieren immer wieder, dass Wärme- und Verkehrssektor dem Bereich Energie in Sachen Klimaschutz weit hinterherhinken. Hier wird nach wie vor stark auf fossile Brennstoffe gesetzt.