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Bericht der Energy Transition Commission Flächendeckende Versorgung mit Ökostrom möglich

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Es ist technisch und wirtschaftlich möglich, alle Menschen zuverlässig mit sauberer Energie zu versorgen. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht „Better Energy, Greater Prosperity“, den die Energy Transitions Commission (ETC) am heutigen Dienstag in London vorgestellt hat. 

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Grüner Strom könnte 80 bis 90 Prozent unseres Strombedarfs decken.
Die Kosten für erneuerbare Energien und Akkus sinken stetig, weshalb immer mehr kosteneffektiver und sauberer Strom produziert werden könne, heißt es in dem Bericht der ETC-Gruppe, der führende Vertreter aus Energie- und Finanzwirtschaft sowie Klimaexperten und Forscher angehören. Mitglied der ETC sind unter anderem der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore und der Ex-Chefökonom der Weltbank, Nicholas Stern.
 

Flächendeckende Versorgung mit günstigem Ökostrom

Durch die Umsetzung geeigneter Strategien könnten in nur 15 Jahren 80 bis 90 Prozent der Stromversorgung durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Der Ökostrom wäre dabei nicht teurer als Strom aus fossilen Energien: Die Kilowattstunde würde der ETC zufolge weniger als 6,4 Cent kosten. Die klimaschädlichen CO2-Emissionen könnten so bis zum Jahr 2040 halbiert werden.

Eine Stromversorgung ohne Kohle sei die wichtigste Voraussetzung für die Erreichung der Pariser Klimaziele. Bei der Weltklimakonferenz in Paris wurde unter anderem vereinbart, die Erderwärmung auf 1,5 bis 2 Grad zu begrenzen.
Darüber hinaus müsse grüner Strom auch vermehrt zum Heizen sowie in den Bereichen Industrie und Verkehr eingesetzt werden. Insbesondere die Schiff- und Luftfahrt, die Schwerindustrie und die Chemiebranche stellten hier große Herausforderungen dar. Durch konsequente Entscheidungen durch die Politik sowie öffentliche und private Investitionen könne jedoch auch auf diesen Gebieten viel erreicht werden.


Energiewende und Wirtschaftswachstum

„Wir haben ambitionierte, aber realistische Ziele. Trotz der gewaltigen Herausforderungen sind wir überzeugt, dass die erforderliche Wende technisch und wirtschaftlich zu schaffen ist, vorausgesetzt, es werden umgehend Maßnahmen ergriffen“, erklärt Adair Turner, Vorsitzender der ETC.

Wichtig sei, dass es einen rascheren Fortschritt beim Ökostrom-Ausbau gebe als in den vergangenen 20 Jahren. Außerdem müsse die Energieproduktivität jedes Jahr um drei Prozent wachsen und dabei der Energieanteil aus kohlenstofffreien Quellen um mindestens ein Prozent steigen. Fossile Brennstoffe dürften nicht weiter subventioniert werden und die öffentlichen Investitionen in Transportwesen und urbane Infrastruktur deutlich steigen.
Würden all diese Punkte erfüllt, könnten bald alle Menschen mit sauberer Energie versorgt werden und dabei gleichzeitig Wirtschaftswachstum erzielt werden, so die ETC.