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Energiewende weltweit Südkorea plant Abkehr von Kohle- und Atomstrom

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Die neue Regierung Südkoreas plant einen U-Turn in der Energiepolitik: Künftig soll die Energieversorgung hauptsächlich durch Gas und erneuerbare Energien abgedeckt werden. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Bislang setzte das Land vor allem auf fossile Energieträger, Gaskraft und Ökoenergie spielen kaum eine Rolle.
 

Atomkraftwerk: EU will vermehrt in Atomkraft investieren.
Südkorea will die eigene Energieversorgung umstellen: Weg von Kohle- und Atomkraft, hin zu Gaskraft und Ökostrom.
Rund 70 Prozent der benötigten Energie wird derzeit aus Kohle- und Atomkraft gewonnen. Beide Energiezweige erhalten Steuervergünstigungen, um eine günstige Versorgung des Landes gewährleisten zu können. Diese Steuerpolitik solle nun korrigiert werden, heißt es laut Reuters-Bericht aus Regierungskreisen.
 

Erneuerbare und Gaskraft vorantreiben

Ziel der Regierung ist, bis 2030 den Anteil von Gaskraft an der Energieversorgung von derzeit 18 Prozent auf 27 Prozent anzuheben und den Anteil der Erneuerbaren von derzeit fünf Prozent auf 20 Prozent anzuheben. Gleichzeitig soll der Anteil der Kohle von 40 auf etwa 22 Prozent und der Atomkraft-Anteil von 30 auf etwa 21 Prozent gesenkt werden.  


Regierung nimmt Forderungen aus der Bevölkerungen ernst

Damit reagiert der erst im Mai neu gewählte Präsident des Landes, Moon Jae-in, auf Forderungen aus der Bevölkerung, die sich um die Themen Luftverschmutzung und die Sicherheit der Atommeiler sorgt. Er wolle sich mehr um den Umweltschutz kümmern, heißt es aus Regierungskreisen. Die Regierung könne sich nicht länger den Forderungen aus dem Volk sowie deren Recht auf eine saubere und sichere Energieversorgung verschließen, erklärt auch Sonn Yang-Hoon, Professor für Ökonomie an der Incheon National University, die Regierungspläne.

Experten fürchten um die Versorgungssicherheit

Einige Experten reagieren mit Sorge: Sie fürchten um die Versorgungssicherheit, heißt es im Reuters-Bericht. Wenn die neue Regierung ihren geplanten Kurs fortsetze, könnten bereits geplante und im Bau befindliche Kohle- und Atomkraftanlagen gestoppt werden.