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Ökostrom-Förderung Dena schlägt Alternativen zu EEG-Umlage vor

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In einer Studie hat die Deutsche Energie-Agentur (Dena) drei mögliche Finanzierungsmodelle untersucht. Durch sie soll die Ökostrom-Förderung optimiert werden, ohne den Strompreis weiter zu belasten. Die Dena am Donnerstag mitgeteilt hat, zielt die halbstaatliche Agentur mit den neuen Vorschlägen stärker auf Innovation neuer Technologien und CO2-Reduktion ab.

Hochspannungsleitungen
Die dena schlägt alternative Finanzierungsmodelle vor, die die EEG-Umlage ablösen sollen.
Es werde Zeit, das EEG für die zweite Phase der Energiewende fit zu machen, erklärt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung. Zwar habe das EEG für einen raschen Ausbau der erneuerbaren Energien gesorgt. Nun müsse jedoch ein neuer Fokus her.  "Es zählt nicht nur, wohin das Geld aus der Umlage fließt, sondern auch, woher wir es nehmen“, so Kuhlmann. „Mit einer neuen Finanzierung der Umlage würden ein komplexes Regelwerk radikal entschlackt und die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien in anderen Sektoren erleichtert, erklärt der Dena-Geschäftsführer.


Stromanschluss-Abgabe würde niedrigen Strombedarf belohnen

Eine Option sieht vor, dass alle Stromverbraucher – ob privat oder aus der Industrie – eine Abgabe in Abhängigkeit der Stromanschlussleistung zahlen. Heißt: wer viel Leistung bezieht, zahlt auch mehr, denn die Anschlussleistung ist die maximale elektrische Leistung, die ein Haushalt oder Unternehmen aus dem Stromnetz beziehen kann. Die Abgabe wird also pro Kilowatt an Anschlussleistung berechnet und jährlich abgeführt. Dieses Modell rege dazu an, die Anschlussleistung möglichst gering zu halten, heißt es vonseiten der Dena. Das sei daher insbesondere für Unternehmen interessant: Wenn diese in Anlagen investieren, die den Strombezug gleichmäßiger verteilen, könnten sie so die Spitzenlast des Betriebs senken und Kosten sparen.
 

CO2-Abgabe als Beitrag zum Klimaschutz

Eine weitere Option sieht eine Abgabe auf den Ausstoß des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid vor. Die Höhe dieser CO2-Abgabe würde für „alle konventionellen Energieträger entsprechend ihrer CO2-Intensität bemessen“, wie die Dena mitteilt. Die Abgabe käme dann also für den Verbrauch von Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas in Betracht. Einen Vorteil gegenüber der bisherigen EEG-Umlage sieht die Dena in der „klimaschutzbezogenen Lenkungswirkung“.


Einkommensbasierte Abgabe würde arme Haushalte entlasten

Auch eine Umstellung auf eine nicht energiebezogene Abgabe, die über den Bundeshaushalt finanziert würde, kommt für die Dena in Betracht. Denkbar wäre eine „konsumbasierte Steuer wie die Umsatzsteuer“. Oder aber eine „einkommensabhängige Steuer wie der Solidaritätszuschlag“.  Vor allem die einkommensabhängige Abgabe würde Haushalte mit niedrigem Einkommen entlasten, gleichzeitig aber auch Industrieunternehmen, von denen einige derzeit bei der Ökostrom-Umlage entlastet werden, stärker an den EEG-Kosten beteiligen.