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7 Facts zur Zeitumstellung

In der Nacht von 28. auf 29. Oktober 2017 wurden die Uhren von Sommer- auf Winterzeit umgestellt. Aber wie war das noch einmal – wird die Uhr vor- oder zurückgedreht? Und was hat die Zeitumstellung mit Eulen, Kühen und dem bayerischen Ministerpräsidenten zu tun? Wir beantworten sieben Fragen zur Zeitumstellung.

1. Die wichtigste Frage bei jeder Zeitumstellung: Uhren vor- oder zurückdrehen?

Jeden März und Oktober die gleiche Frage: Stellen wir die Uhren vor oder zurück? Es gibt zahlreiche Eselsbrücken, die uns helfen, unsere Uhren korrekt einzustellen – sofern dies nicht automatisch geschieht. Wir empfehlen folgende Merkhilfe: Im Frühling stellen wir die Gartenmöbel VOR das Haus, im Herbst holen wir sie ins Haus ZURÜCK.

2. Wann wurde die Zeitumstellung in Deutschland eingeführt?

ZeitumstellungWenn man das Tageslicht besser nutzt, sinkt der Energieverbrauch. Diesen Gedanken hatte man schon 1916, als Deutschland seine Kohle für die Kriegsindustrie benötigte und von Petroleum- und Paraffin-Importen abgeschnitten war. So kam es während des Ersten Weltkriegs erstmalig zu einer Zeitumstellung in Deutschland. Auch die Nationalsozialisten unterschieden ab 1940 zwischen Normal- und Sommerzeit.

Zwischen 1950 und 1979 gab es in Deutschland keine Zeitumstellung – bis während der Ölkrise von 1973 wieder Ressourcenknappheit herrschte und immer mehr europäische Länder die Sommerzeit mit dem Ziel einführten, den Energieverbrauch zu reduzieren. In Deutschland gibt es die Zeitumstellung nun seit 1980. Seit 1996 sind Sommer- und Winterzeit in allen EU-Mitgliedsstaaten einheitlich geregelt: Die Sommerzeit gilt vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im Oktober, die Winterzeit entsprechend vom letzten Sonntag im Oktober bis zum letzten Sonntag im März.

3. Wie stehen die Deutschen zur Zeitumstellung?

Die Winterzeit ist die „Normalzeit“. Im Frühling werden die Tage wärmer und dank der Sommerzeit auch deutlich länger. Doch nicht für alle ist dies Grund zur Freude. Eine Umfrage der DAK hat ergeben, dass zwei Drittel der Deutschen gegen die Zeitumstellung sind. Viele empfinden das Umstellen der Uhren als eine Art „Mini-Jetlag“ und klagen über Müdigkeit und Schlafprobleme. Gerade für Kinder, die im Sommer eine Stunde früher zur Schule müssen, ist die Umstellung nicht einfach.

Wie schnell wir uns auf den neuen Rhythmus einstellen, hängt von jedem Einzelnen ab. Frühaufsteher – sogenannte „Lerchen“ – haben weniger Probleme mit der Umstellung als die „Eulen“, also die Langschläfer. Ob der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer wohl eine Eule ist? Zumindest nahm er im Frühjahr 2014 einen Telefonanruf in der Annahme nicht an, es sei erst sieben Uhr morgens. Dumm nur, dass am anderen Ende der Leitung Kanzlerin Angela Merkel war, die – ganz Lerche – ihre Uhren schon umgestellt hatte und Seehofer zu einer für acht Uhr anberaumten Telefonkonferenz zuschalten wollte.

4. Fakt oder Mythos #1: Nach der Zeitumstellung kommt es zu mehr Verkehrsunfällen

Nach der Zeitumstellung kracht es deutlich öfter auf den Straßen, da wir uns noch müde auf den Weg zur Arbeit machen – so lautet eine These des Auto Clubs Europa (ACE). In der Woche nach der Zeitumstellung steige die Zahl der Unfälle wegen Schlafdefizits deutlich an, sagt der ACE. Genauere Untersuchungen stehen jedoch noch aus. Der ADAC kommt allerdings zu einem ganz anderen Schluss: Er kann keinerlei Zusammenhang zwischen dem Beginn der Sommerzeit und Verkehrsunfällen feststellen.

5. Fakt oder Mythos #2: Kühe haben Probleme mit der Zeitumstellung

Beeinflusst die Zeitumstellung den Biorhythmus der Kühe?Ein weiteres Argument, das von Gegnern der Zeitumstellung gerne angeführt wird: Es werde nicht nur der Biorhythmus der Menschen, sondern auch der Tiere gestört, genauer gesagt der Milchkühe. Der Bayerische Bauernverband gibt jedoch Entwarnung: Da viele Prozesse in der Landwirtschaft weitgehend automatisiert sind, können die Tiere ihren Tagesverlauf selbst bestimmen – und werden nicht abrupt in ihrem natürlichen Rhythmus gestört. Und wo es noch keine Futterautomaten und Melkroboter gibt, wird der Arbeitsprozess schrittweise umgestellt. Den Kühen macht die Zeitumstellung also nichts aus.

6. Kann durch die Zeitumstellung Energie gespart werden?

Die Zeitumstellung wurde eingeführt, um Strom zu sparen. Tatsächlich kann durch die Sommerzeit jedoch kaum Energie eingespart werden. Da die Beleuchtungssysteme in den letzten Jahren immer effizienter geworden sind, entfällt nur noch ein Bruchteil der Stromkosten auf die Beleuchtung - die Einsparungen sind also hier sehr gering. Dagegen wird in den Monaten März, April und Oktober morgens mehr geheizt, da es bei Tagesanbruch noch relativ kühl ist. In südlichen Ländern kommt hinzu, dass an warmen Sommerabenden eventuell auch die Klimaanlagen länger laufen, die einen sehr großen Stromverbrauch haben. Man kann also pauschal nicht sagen, dass durch die Sommerzeit weniger Energie verbraucht wird – eher ist das Gegenteil der Fall.

7. Wird die Zeitumstellung wieder abgeschafft?

Das ist eher unwahrscheinlich. Zwar gibt es immer wieder Vorstöße, so hat etwa die CDU bei einem Parteitag 2014 beschlossen, sich für die Abschaffung der Zeitumstellung einzusetzen. Doch dies kann nur auf europäischer Ebene geschehen – ein Alleingang eines einzelnen Mitgliedstaats ist nicht denkbar, heißt es auch von Seiten der Bundesregierung. Und der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, ist der Meinung, es gebe derzeit durchaus wichtigere Dinge, denen die EU ihre Aufmerksamkeit widmen müsse.

Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als uns mit der Zeitumstellung zu arrangieren.

Wer ganz unabhängig von der Zeitumstellung Energie sparen möchte, sollte einen Blick in unseren umfangreichen Ratgeber zum Thema Energie sparen werfen. Hier finden Sie Tipps, wie Sie im Sommer Strom und im Winter Heizkosten sparen können.
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