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Carolin Dähling von Green Planet Energy
"Einzelpersonen können sehr viel zur Energiewende beitragen"

21.09.2021

Erneut konnten wir Green Planet Energy (ehemals: Greenpeace Energy) für ein Interview gewinnen. Dieses Mal beantwortet Carolin Dähling unsere Fragen rund um die Themen Ökostrom, Energiewende und die Zukunft der Elektromobilität – und verrät, was in den vergangenen vier Jahren beim Energieanbieter passiert ist und warum es zur Namensänderung kam.

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist seit unserem letzten Interview vor vier Jahren bei Greenpeace Energy passiert?
  2. Warum der Namenswechsel von „Greenpeace Energy“ zu „Green Planet Energy“ im Herbst?
  3. Warum sollten sich Verbraucher für Ihre Ökotarife entscheiden und nicht für die eines anderen Ökoanbieters?
  4. Der aktuelle Weltklimabericht besagt, dass bereits 2030 eine Erderwärmung von 1,5 Grad erreicht sein wird. Wie beeinflusst diese Prognose Ihre Arbeit?
  5. 2017 sagte Ihr Kollege Michael Friedrich, dass man „es jetzt aber anpacken“ muss, um 100 Prozent Erneuerbare Energien in Deutschland zu erreichen. Ist das ausreichend passiert?
  6. Was kann eine Einzelperson tun, um die Energiewende voranzutreiben?
  7. Ist Autostrom Ihrer Meinung nach die Zukunft der Mobilität? Wird die Verkehrswende gelingen?
  8. Was ist der Unterschied zwischen den Autostromtarifen, die Sie anbieten?
  9. Werden die Autostromtarife von Greenpeace Energy in Zukunft auch bei Vergleichsportalen vertreten sein?
  10. Viele Verbraucher finden den Autostrommarkt noch sehr unübersichtlich. Wird sich in nächster Zeit die Situation bei Ladesäulen, Karten und Tarifen vereinfachen? 
carolin-daehling.jpg
Carolin Dähling, Referentin Energiepolitik bei Green Planet Energy

 

CHECK24: Was ist seit unserem letzten Interview vor vier Jahren bei Greenpeace Energy passiert?

Carolin Dähling: In den letzten vier Jahren haben wir hart daran gearbeitet, die Energiewende weiter voranzubringen. Um noch mehr Menschen den Zugang zu hochwertigem Ökostrom zu ermöglichen, haben wir unsere Produktpalette erweitert. Wir bieten jetzt spezielle Produkte für Wärmepumpen und Elektroautos an. Außerdem haben wir natürlich weiter fleißig Windenergieanlagen, Elektrolyseure und Photovoltaikanlagen errichtet.

Auch politisch haben wir selbstverständlich die vier letzten Jahre genutzt, weiter Druck ausgeübt und uns für gute politische Rahmenbedingungen für erneuerbare Energiegewinnung eingesetzt: Beim solaren Mieterstrom, bei der Wasserstoffstrategie der Bundesregierung – oder beim Thema Kohleausstieg, der aus unserer Sicht noch zu langsam vorankommt.

Die Veränderung, die uns in jüngster Zeit am meisten beschäftigt hat, ist aber unser anstehender Namenswechsel. Wir haben Mitte September unseren Namen von Greenpeace Energy zu Green Planet Energy geändert.

 

CHECK24: Warum der Namenswechsel von „Greenpeace Energy“ zu „Green Planet Energy“ im Herbst?

Carolin Dähling: Greenpeace Energy wurde 1999 von der Umweltschutzorganisation Greenpeace als Ökoenergiegenossenschaft gegründet, um unseren Kund:innen konkrete Produktlösungen anzubieten, mit denen sie die Energiewende aktiv vorantreiben können.

Durch die Namensähnlichkeit wurden wir in der Vergangenheit jedoch immer wieder verwechselt – mal aus Unkenntnis, oft aber auch vorsätzlich. Gegner:innen von Greenpeace nutzen dies immer wieder gezielt für den Vorwurf, der Einsatz der Umweltschutzorganisation für den Klimaschutz diene dazu, eigene Geschäfte mit grüner Energie anzukurbeln. Dabei sind unsere Ökoenergiegenossenschaft und der Verein seit jeher finanziell und juristisch strikt getrennt.

Durch den gemeinsam beschlossenen Namenswechsel wollen wir die Eigenständigkeit der beiden Organisationen noch deutlicher machen. Auch als Green Planet Energy bleiben wir ein politischer Energieversorger, dem es um maximalen Klimaschutz und die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze bei der Erderwärmung geht – nicht um Profitmaximierung.

Der enge Schulterschluss zwischen Greenpeace und Green Planet Energy sowie unsere intensive Zusammenarbeit für erfolgreichen Klimaschutz bleiben unverändert bestehen. Denn außer unserem Namen ändern wir nichts.

 

CHECK24: Warum sollten sich Verbraucher für Ihre Ökotarife entscheiden und nicht für die eines anderen Ökoanbieters?

Carolin Dähling: Wer einen echten Unterschied in der Energiewelt und damit einen Beitrag zum Kampf gegen die Klimakrise leisten will, muss sich auch für einen Ökostromanbieter mit strengen Kriterien entscheiden. Einer, der sich aktiv für den Ausbau der Erneuerbaren Energien einsetzt und den Strom auch wirklich direkt aus Erneuerbaren Anlagen bezieht. Es gibt leider viele Versorger, die Graustrom an der Strombörse kaufen und diesen mithilfe von Herkunftsnachweisen grün umetikettieren. Einen positiven Effekt auf den Ausbau der Erneuerbaren und für den Kampf gegen die Klimakrise hat das leider nicht.

Wir beziehen unseren Strom transparent aus Erneuerbaren-Anlagen, vor allem Wind-, Wasser- und Solarkraft. Diese Anlagen veröffentlichen wir auch auf unserer Website. Außerdem bauen wir mit unserer Tochterfirma selbst Erneuerbaren-Anlagen, aber auch Elektrolyseure, die mit überschüssigem Windstrom grünen Wasserstoff herstellen.

Wir verstehen uns darüber hinaus als „politischer“ Ökostromanbieter und engagieren uns seit 1999 für eine bessere Energiegesetzgebung. Unsere erklärten Ziele sind eine ökologische Energiewende und der schnellstmögliche Ausstieg aus Kohle und Atom. Dafür engagieren wir uns bei den politischen Entscheider:innen in Berlin und Brüssel, üben Druck auf die Regierenden aus – auf der Straße oder hinter den Kulissen, im Alleingang oder in gemeinsamen Aktionen mit Umweltverbänden und anderen Akteuren.

Dieses Engagement wird immer wichtiger, weil der rechtliche und politische Rahmen für die Energiewende ständig verändert wird und immer mehr Einschnitte für den Ausbau der Erneuerbaren drohen. Das wollen wir verhindern. Unsere Forderungen untermauern wir durch wissenschaftliche Untersuchungen, die oft große Resonanz in der Öffentlichkeit und in der Politik finden.

 

CHECK24: Der aktuelle Weltklimabericht besagt, dass bereits 2030 eine Erderwärmung von 1,5 Grad erreicht sein wird. Wie beeinflusst diese Prognose Ihre Arbeit?

Carolin Dähling: Es bestätigt uns darin, wie wichtig ein schneller Ausbau der Erneuerbaren Energien ist. Denn die Energieerzeugung verursacht immer noch einen Großteil der CO2-Emissionen. Hier müssen wir viel schneller raus aus den Fossilen. Darauf machen wir aktuell auch auf unserer Internetseite aufmerksam und legen gute Gründe für einen schnelleren Kohleausstieg dar. Jetzt, kurz vor der Bundestagswahl informieren wir etwa mit einer fachlich fundierten Kampagne über die Gründe, warum Deutschland spätestens 2030 aus der Kohle aussteigen sollte. Der IPCC-Bericht gibt uns auch in der politischen Diskussion Rückenwind, denn er macht den politischen Entscheidungsträger:innen deutlich, dass die Zeit des Abwartens vorbei ist. Wir brauchen jetzt schnelles und konsequentes Handeln, um die Erderhitzung noch auf ein erträgliches Maß zu begrenzen.

 

CHECK24: 2017 sagte Ihr Kollege Michael Friedrich, dass man „es jetzt aber anpacken“ muss, um 100 Prozent Erneuerbare Energien in Deutschland zu erreichen. Ist das ausreichend passiert?

Carolin Dähling: Leider hat die aktuelle Bundesregierung den Klimaschutz und den Ausbau erneuerbarer Energien nicht ausreichend priorisiert. Um 100 Prozent erneuerbare Energie in Deutschland zu erreichen, müssen die Erneuerbaren-Kapazitäten sehr viel stärker ausgebaut und der fossile Anteil im Netz sehr schnell reduziert werden. Bei Windkraft ist der Ausbau in den letzten Jahren regelrecht eingebrochen – und kontraproduktiv war auch die Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks Datteln 4.

Natürlich gab es aber auch positive Entwicklungen. So werden erneuerbare Energien immer günstiger und weiter ausgebaut, die Bundesregierung hat erkannt, welche wichtige Rolle Wasserstoff spielen wird, und wir haben einen – allerdings zu laschen – Kohleausstieg beschlossenen. Eigentlich müsste Deutschland bei all diesen Themen noch viel ambitionierter sein. Deshalb arbeiten wir wie bereits erwähnt daran, den politischen Rahmen für die Ermöglichung einer effektiven Energiewende zu beeinflussen. Diese Aufgabe ist nicht gelöst. Daher packen wir weiter an.

 

CHECK24: Was kann eine Einzelperson tun, um die Energiewende voranzutreiben?

Carolin Dähling: Einzelpersonen können sehr viel zur Energiewende beitragen. Das geht beispielsweise durch das Stromsparen im Haushalt durch die Nutzung von Geräten mit hoher Energieeffizienz. Vor allem aber haben die Verbraucher:innen auch politische Macht: Sie sind es, die die Energiewende durch ihre Entscheidungen maßgeblich beeinflussen. So können sie Energie von Ökostromanbietern mit ambitionierten Klimazielen beziehen, Mitglied von Energiegenossenschaften werden – und natürlich, wie jetzt bei der Bundestagswahl, politische Parteien mit ambitionierter Klimapolitik unterstützen. Anstelle des Autos können sie öffentliche Verkehrsmittel und Fahrräder nutzen. Außerdem können sie sich politisch in Vereinen oder bei Demonstrationen engagieren oder auch – wenn die Möglichkeiten vorhanden sind – eigene PV-Anlagen installieren. Auch ist entscheidend, welcher Bank Einzelpersonen ihr Geld anvertrauen und ob diese das Geld in nachhaltige Projekte investiert.

                                                                    

CHECK24: Ist Autostrom Ihrer Meinung nach die Zukunft der Mobilität? Wird die Verkehrswende gelingen?

Carolin Dähling: Der Verkehr der Zukunft sollte, wo immer möglich, auf alternative Mobilität (zu Fuß, Rad), auf öffentlichen Nah- und Fernverkehr sowie auf geteilte Mobilität (z.B. Car Sharing) umgestellt werden. Je besser das Angebot, desto weniger sind die Menschen auf motorisierten Individualverkehr angewiesen. Wo er dennoch nötig ist, sollten Fahrzeuge rein elektrisch mithilfe von echtem Ökostrom angetrieben werden, nur der trägt zu einer klimafreundlichen Mobilität bei. Hybridfahrzeuge sind für uns hingegen keine Lösung, denn sie setzen weiterhin auf Verbrennungstechnologien mit teils erheblichen CO2-Emissionen. Auch grüner Wasserstoff ist keine Alternative für die Elektrifizierung der individuellen Mobilität, da der Einsatz von Wasserstoff um einiges ineffizienter ist als elektrische Mobilität. Sinnvoll kann grüner Wasserstoff allerdings im Transport sein, im Schwer- und Fernlastverkehr, die nicht elektrifiziert werden können.

 

CHECK24: Was ist der Unterschied zwischen den Autostromtarifen, die Sie anbieten?

Carolin Dähling: Für das Laden von Elektroautos zuhause bieten wir zwei Tarif-Optionen. Bei „Mobilstrom aktiv“ laufen der Ladestrom für zuhause und Haushaltsstrom über einen gemeinsamen Zähler. „Mobilstrom plus“ hingegen ist ein Sondertarif für Elektroautos, deren Ladung über einen unterbrechbaren, separaten Zähler erfolgt (Wallbox).

Der Mobilstrom aktiv-Tarif kann also bezogen werden, wenn keine Wallbox für das Laden des E-Autos vorhanden ist, denn grundsätzlich lassen sich die Batterien von Elektroautos auch an jeder haushaltsüblichen Steckdose mit 230 Volt laden. Dann allerdings sollte eine Fachkraft gerade bei älteren Häusern prüfen, ob das Hausnetz dafür sicher ausgelegt ist.

Mit einer fest installierten Ladestation für Ihr Elektroauto, einer sogenannten Wallbox, ist je nach Wallbox-Typ eine Leistung von bis zu 11 kW oder sogar 22 kW möglich, sodass sich die Ladezeit deutlich verkürzt. Hierfür bieten wir unseren Tarif Mobilstrom plus an.

 

CHECK24: Werden die Autostromtarife von Greenpeace Energy in Zukunft auch bei Vergleichsportalen vertreten sein?

Carolin Dähling: Ja, einige Portale führen Mobilstrom in diesem Jahr ein. Dann sind wir dabei.

 

CHECK24: Viele Verbraucher finden den Autostrommarkt noch sehr unübersichtlich. Wird sich in nächster Zeit die Situation bei Ladesäulen, Karten und Tarifen vereinfachen?

Carolin Dähling: Stimmt, der Autostrommarkt ist sehr intransparent und unübersichtlich. Oft ist sogar unklar, ob das E-Auto an einer Ladesäule mit echtem Ökostrom getankt wird oder nicht. Dabei ist diese Frage entscheidend dafür, wie klimafreundlich E-Mobilität ist. Hier wollen wir mit der Genossenschaft Ladegrün! Jetzt einen Unterschied machen. Die haben wir zusammen mit den Ökostromanbietern Elektrizitätswerke Schönau, Inselwerke und NATURSTROM sowie der GLS Bank gegründet. Ladegrün! startet gerade durch und soll, so der Plan, bis zum Jahr 2025 bundesweit rund 4.000 Ladepunkte installieren. Die werden natürlich nur mit hochwertigem Ökostrom der beteiligten Energieversorger beliefert. Der Clou: Dieser Ökostrom soll nicht teurer sein als bei der konventionellen Konkurrenz, die ihre Ladesäulen mit klimaschädlichem Graustrom speist. Ein großer Teil der Ladegrün!-Säulen wird für alle E-Mobilisten nutzbar sein. Es wird aber auch nicht- oder teil-öffentliche Ladepunkte geben, etwa für Gewerbekunden, Wohnbauprojekte und ökologisch orientierte Betreiber von E-Auto-Flotten. In beiden Fällen bietet Ladegrün! also einen echten Beitrag zur Mobilitäts- und Energiewende.

 

CHECK24: Frau Dähling, wir danken Ihnen für das Gespräch.


 

 

Michael Friedrich von Greenpeace Energy:
"Vorsicht vor Schmu" – wie Verbraucher echten Ökostrom finden

25.05.2017

Michael Friedrich von Greenpeace Energy gibt Verbrauchern Tipps zur Energiewende

CHECK24: Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom ─ auf was sollten Verbraucher achten?

 

Michael Friedrich: Echte Ökostromanbieter liefern ihren Kunden Strom aus eigenen sauberen Kraftwerken und anderen ökologisch einwandfreien Quellen wie Wasserkraft, und die müssen sie transparent und eindeutig nachweisen können. Vorsicht vor Schmu: Manche Anbieter kaufen Graustrom an der Börse (auch aus Kohle und Atom) und tünchen ihn mit sogenannten Grünstromzertifikaten, die man dazukaufen kann, auf öko um.

 

CHECK24: Warum entschloss sich Greenpeace 1999 dazu, ein eigenes Energieunternehmen zu gründen?

 

Michael Friedrich: Als 1998 der Strommarkt liberalisiert wurde, konnten Verbraucher erstmals wählen, von wem sie ihren Strom beziehen. Und Stromanbieter konnten nun Kunden im ganzen Bundesgebiet beliefern. Aus der Steckdose kam aber überall fast nur Strom aus Atom- und Kohlekraftwerken. Die historische Chance nutzte Greenpeace 1999 zur Gründung unserer Energiegenossenschaft. Das Ziel: Wer grünen Strom will, kriegt ihn nun endlich – von Greenpeace Energy. Mit uns konnten Kunden aus der Atomkraft und der Kohleverstromung aussteigen und stattdessen die Energie aus Sonne, Wind und Wasserkraft anzapfen. Anfangs waren ein paar Dutzend Genossenschaftsmitglieder dabei, heute sind es mehr als 23.000, die sich so für die Energiewende und den Klimaschutz engagieren.

 

CHECK24: Woher bezieht Greenpeace Energy Ökostrom?

 

Michael Friedrich: Wir beziehen knapp 90 Prozent unseres Ökostroms aus besonders guten deutschen und österreichischen Wasserkraftwerken und rund zehn Prozent aus Windenergieanlagen. Das ist ein hoher Wert, für uns aber wichtig: Denn neben dem Bau von neuen Anlagen ist die Integration von sogenannten „fluktuierenden“ Energien aus Wind und Sonne, die nicht ständig und in immer gleichen Mengen verfügbar sind, eine zentrale energiepolitische Aufgabe. Wir steigern diesen Anteil deshalb kontinuierlich und sind dabei Vorreiter.

 

CHECK24: Greenpeace Energy bietet den Ökogastarif proWindgas an. Was steht hinter dem Begriff Windgas?

 

Michael Friedrich: Wir haben das mal so beschrieben: Mit Windgas recyceln wir sogar den Wind. Denn auf diese Weise lässt sich überschüssige Energie aus Windturbinen und aus Solarmodulen speichern, die sonst abgeschaltet würden. Das passiert heute immer dann, wenn das Stromnetz deren Strom nicht aufnehmen kann, weil gerade mehr produziert als verbraucht wird. Mit Windgas kann dieser Strom nun per Elektrolyse in erneuerbaren Wasserstoff umgewandelt werden. Und der lässt sich im Erdgasnetz speichern und ersetzt dort fossiles Erdgas. Unsere proWindgas-Kunden erhalten diesen Wasserstoff in ihrem Gasgemisch und nutzen ihn so zum Kochen und Heizen oder um warm zu duschen. Noch ist der Anteil gering, aber wir steigern ihn stetig.

 

CHECK24: 100 Prozent Erneuerbare Energien in Deutschland ─ frommer Wunsch oder bald Wirklichkeit?

 

Michael Friedrich: Die gute Nachricht ist, 100 Prozent Erneuerbare in Deutschland sind bis 2050 zu schaffen, sowohl technisch als auch wirtschaftlich. Wenn wir in Deutschland eines Tages 100 Prozent unseres Stroms aus Wind, Sonne und anderen Erneuerbaren erzeugen, muss unsere Stromversorgung ja auch dann sicher sein, wenn der Wind mal nicht weht und die Sonne nicht scheint. Und da bietet nur Windgas mit dem angeschlossenen Gasnetz die nötigen Speicherkapazitäten, um sogar Flauten und wolkenreiche Phasen von bis zu drei Monaten zu überbrücken.
Wir müssen es jetzt aber anpacken. Wenn wir zügig in den Aufbau der nötigen Elektrolysekapazitäten für die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff und (nach einem weiteren Schritt) Methan aus Wind und Sonne einsteigen, lohnt sich das auch wirtschaftlich: Ein Stromsystem mit 100 Prozent Erneuerbaren wird durch Windgas um Milliarden billiger als die von der Bundesregierung für 2050 angestrebten 80 Prozent Erneuerbare plus 20 Prozent fossile Energieträger.

 

CHECK24: Wie können Verbraucher selbst zur Energiewende beitragen?

 

Michael Friedrich: Unser erster Tipp als Ökoenergieanbieter: Verbraucher können Energie sparen und damit Geld. Das ist oft ganz leicht, zum Beispiel durch abschaltbare Steckerleisten den Stand-by-Verbrauch reduzieren, durch Kauf von effizienten Haushaltsgeräten und Strom sparenden Leuchten. Als nächstes empfiehlt sich die Wahl von echtem Ökostrom. Das ist nicht so teuer, wie viele irrtümlich glauben. Wir liegen zum Beispiel mit unserem Greenpeace Energy Ökostromtarif von 26,65 Cent pro Kilowattstunde unter dem bundesdeutschen Durchschnittspreis aller Anbieter.
Zum Klimaschutz können Verbraucher aber auch beitragen, indem sie sich an Bürgerwindparks beteiligen oder einer Energiegenossenschaft beitreten wie wir eine sind. Wenn die Politiker in Bund und Ländern merken, die Leute engagieren sich so für die Energiewende, dann tut sich auch weiter was bei diesem für unser aller Zukunft so wichtigen Thema.

 

CHECK24: Herr Friedrich, wir danken Ihnen für das Gespräch.


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