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Gasnetz

18.07.2022

Über das Gasnetz gelangt Erdgas zu Ihnen nach Hause. Doch wo wird das Erdgas gefördert, das durch das Gasnetz geleitet wird und wie gelangt es an die Verbrauchsstellen? Erfahren Sie mehr in unserem Ratgeber.

 

Wichtiges zum Gasnetz

  1. Gasnetze werden international von Fernleitungsnetzbetreibern betrieben. Innerhalb Deutschlands sind wiederum regionale Verteilnetzbetreiber zuständig.
  2. Das deutsche Gasnetz ist in unterschiedliche Netzgebiete unterteilt, in denen verschiedene Gasnetzbetreiber zuständig sind.
  3. Durch das Gasnetz wird vor allem importiertes Erdgas aus Russland, Norwegen und den Niederlanden geleitet.
  4. Um klimafreundliches Biogas einzuspeisen, muss die Infrastruktur der Gasnetze ausgebaut werden.

Gasnetz - Struktur und Transportweg

Im deutschen Gasnetz wird an acht Grenzübergangsstellen Erdgas aufgenommen. Von dort wird es auf die jeweiligen Verbrauchsstellen aufgeteilt. Insgesamt ist das Erdgastransportnetz 511.000 Kilometer lang. Das Erdgas wird über sogenannte Pipelines (dt. Rohre) transportiert. Die Transportgeschwindigkeit in den Gasnetzen liegt etwa bei 20 Kilometer pro Stunde. Von den russischen Gasförderstätten bis nach Deutschland ist das Erdgas ungefähr eine Woche lang unterwegs.

Gasnetzbetreiber

Zum einen gibt es die großen Fernleitungsnetzbetreiber, die international tätig sind und Gas grenzübergreifend über die Gasnetze leiten – zum anderen gibt es die Verteilnetzbetreiber, die Gas innerhalb Deutschlands zu den Gasversorgern befördern. Von den Gasanbietern gelangt das Erdgas anschließend zu den Endverbrauchern. Zu den international operierenden Fernleitungsnetzbetreibern gehören beispielsweise Open Grid Europe, Thyssengas, Gaspool und NetConnect Germany. Zu den Netzbetreibern für Gas, die die Gasnetze in Deutschland betreiben und Instand halten gehören Wingas und Eon.

Gasnetz als Energiespeicher

Für die Energiewende könnte das Gasnetz künftig eine wichtige Rolle spielen. Derzeit laufen viele Modellprojekte, wie man Ökostrom in Form von Wasserstoff und Methan im Gasnetz speichern könnte. Mit der Power-to-Gas Technologie könnte Ökostrom aus Windenergie wetterunabhängig genutzt werden. In den nächsten Jahrzehnten wird die Forschung hier so ausgereift sein, dass die Gasnetze einen wertvollen Beitrag zur Energiewende leisten werden.

Häufige Fragen zu Gasnetz

Wie funktioniert das Gasnetz?

Um den Gastransport im Gasnetz zu gewährleisten, muss das Gas unter Druck stehen. Je höher die Distanz von der Förderstelle zum Abnahmeort, desto schwieriger ist es den Druck über den langen Transportweg aufrechtzuerhalten. Deshalb gibt es an verschiedenen Stellen des Gasnetzes sogenannte Verdichter. Um das Erdgas aus Russland nach Deutschland zu transportieren, muss das Gas unter einem Druck von bis zu 220 Bar stehen. Dieser Druck entspricht in etwa dem Wasserdruck, der in der Tiefsee bei 2.200 Meter herrscht.

Welches Gas ist im Gasnetz?

Im deutschen Gasnetz wird Erdgas transportiert. Dieses kommt als L-Gas („low calorific gas“) mit niedrigem Brennwert und H-Gas („high calorific gas") mit hohem Brennwert vor. Erdgas ist ein Naturprodukt, deshalb unterscheidet sich der Brennwert je nach Abstammungsort des Gases.

Was kostet ein Erdgasanschluss?

Ein Gasanschluss kostet zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Da nicht jedes Haus an das Gasnetz angeschlossen ist, müssen Hausbesitzer den Anschluss beantragen. Die Kosten variieren je nach Arbeitsaufwand und Entfernung zur Gasleitung.

Wie finde ich heraus wer mein Gas Grundversorger ist?

Der Grundversorger ist das Gasversorgungsunternehmen, das im Netzgebiet in Ihrer Region die meisten Gas- oder Stromkunden mit Energie versorgt. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welcher Ihr Grundversorger ist, können Sie das ganz einfach mit wenigen Klicks über den CHECK24 Gaspreisvergleich herausfinden. Anhand der Postleitzahl können wir Ihnen sagen, welcher Versorger der Grundversorger bei Ihnen ist.


Energieexpertin Marie Gottschall
Marie Gottschall
CHECK24 Energieexpertin
Letzte Änderung am 18.07.2022
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