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Erneuerbare Energien Windkraftausbau in Deutschland rückläufig

München, | 13:45 | jro

Noch im letzten Jahr wurden 1.792 Windräder an Land und 222 Offshore-Windkraftwerke auf See an das Netz angeschlossen. Diese Quote wird laut BWE dieses Jahr nicht erfüllt und auch für das kommende Jahr prognostiziert der Verband einen starken Rückgang des Windkraft-Ausbaus.

Windräder vor Himmel mit Wolken Der Ausbau der Windkraftanlagen in Deutschland stagniert.
Dabei ist Windkraft mittlerweile wettbewerbsfähig geworden und schon längst nicht mehr teurer als konventioneller Strom. Niedrigen Subventionen und Stromerzeugungskosten teils unter drei Cent pro kWh machen sie sogar äußerst lukrativ. Dennoch werden immer weniger Anlagen gebaut.
Die Gründe sind vor allem in der Politik zu finden. Zum einen bremst die neueste Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) den Ausbau durch vorgegebene Ausschreibungsverfahren sowie eine Volumenbegrenzung der Windkraftanlagen. Zum anderen wurde durch die Reform auch die Zahl der Offshore-Anlagen auf See begrenzt und von Kapazitäten der Anlagen an Land abhängig gemacht.

Politisch bleibt vieles zu klären

Erschwerend kommt hinzu, dass ab 2020 viele alte Anlagen wahrscheinlich abgeschaltet werden, da deren Förderung ausläuft. Für die Betreiber wären sie dann schlichtweg zu unwirtschaftlich. Die Politik hinkt hingegen mit der Problemlösung hinterher. Die Aufsetzung des Koalitionsvertrages nahm viel Zeit in Anspruch und schließlich musste die Bundesregierung einräumen, dass die eigenen Klimaziele für 2020 nicht erreicht werden. Nun wurde die Jahreszahl auf 2030 korrigiert und Sonderausschreibungen für weitere Windkraft-Anlagen für 2019 und 2020 sollen die kommenden Probleme abfangen.
 

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