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Öl- und Heizölpreise Ölpreis erneut unter 50 Dollar gesunken

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Der Ölpreis ist wieder unter 50 Dollar pro Barrel gesunken. Er bewegt sich jetzt wieder auf dem Niveau von Ende 2016. Auch die Heizölpreise sind derzeit vergleichsweise niedrig.

Fracking-Anlage: Wegen der gestiegenen Ölpreise wird in den USA wieder mehr gefrackt.
In den USA wird wieder mehr Öl durch Fracking gefördert.
Seitdem die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) zum Jahresbeginn ihre tägliche Ölproduktion um gut 1,8 Millionen Barrel gekürzt hatte, hat sich der Ölpreis auf relativ stabilem Niveau bewegt. Ein Barrel kostete sogar zeitweise bis zu 58 Dollar. Seit vergangener Woche jedoch sind die Ölpreise wieder gesunken und haben das Niveau erreicht, das sie vor der Förderkürzung der Opec hatten.
 

Mehr Fracking in den USA

Grund für den Preisanstieg ist zum einen, dass die USA ihre Ölproduktion wieder hochgefahren haben. Während Mitte Dezember täglich rund 8,8 Millionen Barrel US-Öl gefördert wurden, sind es heute 9,3 Millionen Barrel, berichtet Spiegel Online. Vor allem die Fracking-Industrie produziert wieder mehr Öl. Fracking ist eine relativ teure Fördermethode, die sich durch den gestiegenen Ölpreis wieder mehr lohnt. Viele Fracking-Firmen hatten ihre Ölförderung stark eingeschränkt, als sich die Ölpreise im Sinkflug befanden.
 

Nachfrage nach Öl schwächer als erwartet

Zum anderen möchte auch Libyen wieder mehr Öl fördern. Die libysche Regierung plant, bis Ende August die tägliche Fördermenge von derzeit 700.000 Barrel auf 1,1 Millionen Barrel zu steigern. Hinzu kommt eine relativ schwache Nachfrage. In Russland, Indien, im Mittleren Osten, Südkorea und den USA ist die Nachfrage derzeit geringer als von Experten erwartet worden war. "Das Ölangebot in den USA steigt unverdrossen, die Nachfrage wächst anscheinend nicht so schnell wie erwartet - in einem solchen Datenumfeld ist es kaum verwunderlich, dass die Preise immer wieder einmal nachgeben", sagt Steffen Bukold vom Hamburger Beratungsbüros Energycomment gegenüber Spiegel Online.
 

Saudi-Arabien und Russland wollen Fördermenge weiterhin drosseln

Ohne den Schritt der Opec wären die Ölpreise jedoch noch niedriger, betont Spiegel Online. Anfang 2016 kostete ein Barrel nur rund 30 US-Dollar. Ein solcher Preissturz wird von Experten derzeit nicht erwartet. Am Montag gaben Saudi-Arabien und Russland bekannt, dass die aktuelle Fördergrenze eventuell auch nach 2017 Bestand haben soll.
 

Heizölpreise auf niedrigem Niveau

Der gefallene Ölpreis beeinflusst auch die Heizölpreise. Sie sind deutschlandweit am Mittwoch leicht gesunken und bewegen sich auf niedrigem Niveau. Wer also Heizöl für die nächste Heizperiode benötigt, kann von den niedrigen Heizölpreisen profitieren, indem er jetzt zuschlägt.