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BGH-Urteil: Keine Teppichpflicht in Eigentumswohnung

München, 2.3.2015 | 14:24 | kro

Eigentümer dürfen in ihrer Wohnung einen vorhandenen Teppich durch Parkett ersetzen, auch wenn sich die Nachbarn aufgrund des höheren Trittschalls belästigt fühlen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Freitag entschieden. Beim Austausch des Bodens müssen lediglich die Schallschutzwerte eingehalten werden, die zum Zeitpunkt des Gebäudebaus galten.
 

Gesetzbuch mit HammerLaut dem BGH gibt es unter gewissen Voraussetzungen keine Teppichpflicht in Eigentumswohnungen.
Im konkreten Fall hatten zwei Rentner die Anwohner im Stockwerk über ihnen verklagt. Diese hatten in ihrer Eigentumswohnung den vorhandenen Teppichboden entfernen und Parkett einbauen lassen - dadurch wurde es in der Wohnung der Kläger lauter. Das Rentnerpaar wollte daraufhin gerichtlich erwirken, dass der Teppich erneut verlegt werden muss.

Während das Amtsgericht Lübeck zugunsten der Senioren entschied, urteilten sowohl das Landgericht Itzehoe als auch der BGH zugunsten der Beklagten. Nach Auffassung der Karlsruher Richter müssten lediglich die Schallschutzbestimmungen eingehalten werden, die zum Zeitpunkt des Gebäudebaus galten, wenn ein neuer Bodenbelag verlegt wird – dies treffe im verhandelten Fall zu.

Strengere Anforderungen bezüglich des Schallniveaus könnten sich demnach höchstens infolge gesonderter Bestimmungen einer Gemeinschaftsordnung ergeben. Die vorliegende Gemeinschaftsordnung für das betreffende Gebäude enthalte jedoch keine derartigen Vorgaben, heißt es in der Urteilsbegründung weiter. Darüber hinaus halten es die BGH-Richter für unerheblich, dass die zum Zeitpunkt des Gebäudebaus in den 70er Jahren erstellte Baubeschreibung sowie das ursprüngliche Verkaufsprospekt vorsahen, dass alle Wohnungen mit Teppichböden ausgestattet werden.
 

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