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Mediation

Nicht immer lassen sich Meinungsverschiedenheiten gütlich klären. Viele Streithähne sehen den Gang vor Gericht als letzten Ausweg. Aber es stehen auch außergerichtliche Alternativen zur Wahl, zum Beispiel die Mediation.

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Erfahren Sie mehr:

  1. Was ist Mediation?
  2. Ablauf der Mediation
  3. Eignung der Mediation
  4. Mediation versus Gerichtsverfahren
  5. Mediation und Rechtsschutzversicherung
 

Was ist Mediation?

Die Mediation (von lat. mediatio = Vermittlung) ist eine außergerichtliche Form der Konfliktlösung, deren Wurzeln über zwei Jahrtausende zurückreichen. Seit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts steigt in Deutschland das Interesse an diesem Konzept – die Erfolgsquote von über 75 Prozent spricht für sich.

Grundlagen der Mediation

Im Rahmen einer Mediation versuchen die Konfliktbeteiligten, gemeinsam zu einer gütlichen Einigung zu gelangen. Unterstützt werden sie dabei von einem speziell geschulten, unabhängigen und neutralen Vermittler, dem sogenannten Mediator. Dieser hat keinerlei Entscheidungsbefugnis, sondern ist für den strukturierten Ablauf des Mediationsverfahrens zuständig.

Er soll sicherstellen, dass die Beteiligten sich gegenseitig zuhören und tatsächlich die Konfliktpunkte herausgearbeitet werden. Neben der Eigenverantwortlichkeit der Streitparteien sind weitere wichtige Grundlagen der Mediation:

 

  • Freiwilligkeit: Neben der Eigenverantwortlichkeit der Streitparteien sind weitere wichtige Grundlagen der Mediation.
  • Allparteilichkeit: Die Bedürfnisse und Interessen der Konfliktparteien werden gleichermaßen wahrgenommen und vertreten.
  • Vertraulichkeit: Das Besprochene wird respektvoll und vertraulich behandelt – das gilt sowohl für den Mediator als auch für die Streitparteien. Die Beteiligten des Konflikts sollen sichergehen können, dass später nichts aus dem Mediationsverfahren gegen sie verwendet werden kann.

Ablauf der Mediation

Ein Mediationsverfahren kann in fünf Phasen unterteilt werden:

Phase 1: Einleitung

Ziele der Mediation

  • Ziel der Mediation wird verdeutlicht
  • Regeln der Mediation und Rolle des Mediators werden erklärt
  • Rahmenbedingungen und weitere Vorgehensweise werden festgehalten

Phase 2: Standpunkteröterung

Standpunkterörterung mit einem Mediator
  • Konfliktparteien tragen Standpunkte vor
  • Themen, Streitpunkte und Konfliktfelder werden gesammelt und für die weitere Bearbeitung strukturiert
  • Zusammenfassung der bisher herausgearbeiteten Aspekte

Phase 3: Konfliktaufarbeitung

Konfliktaufbereitung der Mediation
  • Informationen, Daten und Wahrnehmungen werden ausgetauscht
  • Wünsche, Bedürfnisse und Interessen der Konfliktparteien werden herausgearbeitet

Phase 4: Problemlösung

Standpunkterörterung mit einem Mediator
  • Entwicklung und Bewertung verschiedener Lösungsoptionen
  • im Idealfall wird eine Lösung gefunden, die die Interessen aller Beteiligten gleichermaßen berücksichtigt und mit der alle zufrieden sind

Phase 5: Vereinbarung

Vereinbarung und Lösungsfindung
  • schriftliche Formulierung der Vereinbarung; nur Ergebnisse, denen alle Beteiligte zustimmen, werden darin aufgenommen
  • Mediator liest Vereinbarung laut vor
  • Vereinbarung wird unterschrieben
  • Konflikt ist beigelegt

Sind die Konfliktparteien nicht zu einem persönlichen Gespräch bereit, ist die telefonische Mediation eine mögliche Alternative. In diesem Fall ruft der Mediator die Beteiligten abwechselnd an und versucht zu vermitteln.

Eignung der Mediation

Mediationsverfahren werden bereits in vielen gesellschaftlichen Bereichen zur Klärung von Konflikten eingesetzt, wie etwa in den folgenden:

persönliches Umfeld, zum Beispiel bei

  • rechtlichen Konflikten im Freundes- und Bekanntenkreis
  • Meinungsverschiedenheiten mit Werkstätten oder Handwerkern

familiäres Umfeld, zum Beispiel bei

  • Streitigkeiten wegen eines Erbes (Erbschaftsmediation)
  • Unstimmigkeiten in Familienunternehmen

räumliches Umfeld, zum Beispiel bei

  • Meinungsverschiedenheiten mit den Nachbarn (Nachbarschaftsmediation)
  • Konflikten zwischen Mieter und Vermieter

wirtschaftlichen Umfeld, zum Beispiel bei

  • Konflikten mit dem Arbeitgeber
  • Streitigkeiten mit Arbeitskollegen

Grundsätzlich gilt: Eine Mediation ist immer sinnvoll, wenn Ihnen nicht in erster Linie daran gelegen ist, auf Biegen und Brechen Ihr Recht durchzusetzen, sondern Sie nach einer dauerhaften Lösung des Konflikts suchen und mit dem Konfliktgegner nach Möglichkeit langfristig wieder gut auskommen möchten.

Mediation versus Gerichtsverfahren

Gerichtverfahren im Unterschied zur Mediation Mediations- und Gerichtsverfahren unterscheiden sich in mehreren Punkten. Wie bereits erwähnt wurde, beruht die Mediation – im Gegensatz zu einer Gerichtsverhandlung – auf dem Prinzip der Freiwilligkeit und findet nur statt, wenn beide Konfliktparteien damit einverstanden sind.

Zudem verläuft ein Mediationsverfahren meist schneller und kostengünstiger als ein Gerichtsprozess – sowohl hinsichtlich der materiellen als auch der immateriellen „Kosten”, wie etwa der emotionalen Belastung. Darüber hinaus ist eine Mediation stets streng vertraulich, während Informationen aus Gerichtsverfahren unter Umständen ihren Weg in die Presse finden können.

Des Weiteren können Konfliktparteien bei einer Mediation den Ablauf selbst planen und den Zeitpunkt und Ort selbst wählen. Bei einem Gerichtsverfahren gibt es diese Entscheidungsmöglichkeit in aller Regel nicht. Ein weiterer Vorteil der Mediation: In vielen Fällen kann der Konflikt in einem überschaubaren Zeitrahmen und ohne Folgekonflikte geklärt werden. Ein Gerichtsverfahren durchläuft dagegen oft mehrere Instanzen.

Zudem wird bei einer Mediation eine sogenannte „win win”-Lösung angestrebt, mit der beide Parteien zufrieden sind – bei einem Gerichtsverfahren bekommt üblicherweise nur ein Beteiligter recht. Außerdem bestimmen die Konfliktgegner bei einer Mediation selbst die Lösung ihres Konflikts – bei einem Gerichtsverfahren sind sie jedoch an die Entscheidung der Richter gebunden. Umfragen zufolge sind über 90 Prozent der Teilnehmer an Mediationsverfahren mit dem Verlauf und Ergebnis zufrieden – bei Gerichtsverfahren sind es lediglich 30 Prozent.

Tipp: Sollte Ihr Mediationsverfahren scheitern, steht Ihnen der herkömmliche Rechtsweg mit dem Gang zum Rechtsanwalt nach wie vor offen.

Gericht

Mediation

Position / Rechte / Ansprüche

Interessen / Ziele

Sachebene

Sach- und Beziehungsebene

Gewinner / Verlierer
Verlierer / Verlierer

Gewinner / Gewinner

Entscheidung fremdbestimmt

Entscheidung selbstbestimmt

Mediation und Rechtsschutzversicherung

Die Kosten eines Mediationsverfahrens kommen auf den Zeitaufwand und die Art des behandelten Konflikts an – zum Beispiel ist eine Familienmediation üblicherweise günstiger als eine Wirtschaftsmediation.

In der Regel werden für eine Zeitstunde 60 bis 300 Euro berechnet. Üblicherweise wird das Honorar des Mediators von den Konfliktparteien jeweils zu gleichen Teilen bezahlt. Eine leistungsstarke Rechtsschutzversicherung deckt nicht nur die Ausgaben für Gerichtsverhandlungen ab, sondern übernimmt auch die Ausgaben für Mediationsverfahren.

Je nach Anbieter kann die Kostenübernahme für außergerichtliche Schlichtungsversuche pro Jahr auf eine maximale Anzahl von Sitzungen und/oder einen Höchstbetrag gedeckelt sein. Entscheiden Sie sich für ein außergerichtliches Verfahren zur Streitschlichtung, hilft Ihnen Ihr Rechtsschutzversicher bei der Suche nach einem geeigneten Mediator, der auf das Ihren Konflikt betreffende Fachgebiet spezialisiert ist.

Des Weiteren können Sie sich bei der Mediatorsuche auch selbst informieren und einen Blick in die Mediatorenverzeichnisse der großen Berufsverbände – Bundesverband Mediation e.V. und Bundesverband für Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt e.V. – werfen. In den Online-Datenbanken sind die deutschlandweit rund 5.500 zertifizierten Mediatoren gelistet, die eine profunde Ausbildung nachweisen können.