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Private Krankenversicherung: Experten fordern leichteren Wechsel für Versicherte

München, 9.3.2017 | 12:25 | mst

Gesundheitsexperten fordern mehr Wettbewerb für die gesetzliche und private Krankenversicherung. Privatversicherte sollten leichter den Anbieter wechseln können – der PKV-Verband lehnt dies ab.
 

Patientin im Gespräch mit einem ArztExperten fordern, dass Privatversicherte einfacher ihre Versicherung wechseln können sollten.
Die Monopolkommission der Bundesregierung hat Reformvorschläge für das deutsche Krankenversicherungssystem vorgestellt. Das Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung stellen die Experten nicht grundsätzlich in Frage. Sie fordern für beide Systeme jedoch mehr Wettbewerb.
 
In der privaten Krankenversicherung (PKV) soll es den Versicherern einfacher gemacht werden, zu fusionieren. Dazu sollen sie Tarife, die ein ähnliches Leistungsspektrum haben, zusammenfassen dürfen.
 

Kommission: Rückstellungen sollten Gesundheitszustand entsprechen

Zudem sollen die Wechselmöglichkeiten für Versicherte verbessert werden. Nach Ansicht der Experten bestehen für Bestandskunden kaum Möglichkeiten, ein einmal gewähltes Unternehmen zu wechseln. Dies liege daran, dass sie bei einem Wechsel nur einen kleinen Teil ihrer Alterungsrückstellungen mitnehmen könnten.
 
Die Kommission empfiehlt, dass Versicherte bei einem Wechsel künftig Alterungsrückstellungen in einer Höhe mitnehmen dürfen, die ihrem Gesundheitszustand entspricht. So dürften Gesunde nur einen vergleichsweise geringen Anteil ihrer Alterungsrückstellungen mitnehmen, kranke Versicherte dagegen einen hohen Anteil.
 
Die Versicherten sollten zudem jedes Jahr über ihre Wechselmöglichkeit sowie die Höhe der übertragbaren Rückstellungen informiert werden.
 

PKV-Verband: Nur Junge und Gesunde würden wechseln

Die privaten Versicherer lehnen den Vorschlag der Kommission ab. Der Direktor des PKV-Verbands, Volker Leienbach, warnte davor, dass dann nur Junge und Gesunde ihren Vertrag wechseln würden. Die bisherigen Erfahrungen der PKV und GKV würden dies zeigen.
 
Würden die Alterungsrückstellungen bei einem Wechsel zum großen Teil mitgenommen, würde dies zu Lasten des kollektiven Deckungskapitals gehen. Die verbleibenden Versicherten müssten dies mit entsprechend höheren Beiträgen nachfinanzieren, so der PKV-Verband.
 
„Wenn die theoretischen Vorschläge der Monopolkommission in die Praxis umgesetzt würden, hätte das extrem unsolidarische Auswirkungen ausgerechnet zu Lasten der älteren und kränkeren Versicherten“, sagte Leienbach.

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