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Tag der älteren Generation: Ab 75 Jahren steigt das Pflegerisiko stark an

München, 1.10.2017 | 07:00 | are

Am 1. Oktober ist der Internationale Seniorentag oder auch der Tag der älteren Menschen. Da die Lebenserwartung immer weiter steigt, gibt es auch immer mehr Senioren in Deutschland – Grund genug, die Pflegesituation hierzulande einmal genauer zu betrachten und zu erklären, wie Sie sich für den Fall einer Pflegebedürftigkeit absichern können.

Älteres Ehepaar sitzt auf Sofa mit Rollstuhl im Vordergrund.Am 1. Oktober wird alljährlich der Tag der älteren Menschen gefeiert.
Der Internationale Seniorentag wurde im Jahr 1990 von den Vereinten Nationen eingeführt. Er soll auf den demografischen Wandel und die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen aufmerksam machen.

Aktuell ist mehr als jede vierte Person in Deutschland über 60 Jahre alt – das sind mehr als 22 Millionen Menschen. Im Jahr 2050 soll bereits jeder dritte Deutsche in diese Altersgruppe fallen.

Risiko einer Pflegebedürftigkeit steigt mit dem Alter

Auch wenn sich viele Senioren noch fit fühlen und mit ihrer Gesundheit allgemein zufrieden sind: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, einmal auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.

Vor allem ab 75 Jahren steigt das Pflegerisiko sprunghaft an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts hat jeder Dritte ab 80 Jahren einen Schwerbehindertenausweis. Bei den über 90-Jährigen sind zwei von drei pflegebedürftig.
 

Mehr Leistungen für Pflegebedürftige

Als Reaktion auf die alternde Gesellschaft hat der Bundestag 2015 die umfassendste Pflegereform seit Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung verabschiedet. Am 1. Januar 2017 ist der zweite Teil dieser Reform in Kraft getreten.

Seitdem haben mehr Menschen einen Anspruch auf Pflegeleistungen. Vor allem Demenzkranke und Personen mit psychischen Krankheiten werden bei der Feststellung einer Pflegebedürftigkeit stärker berücksichtigt. Auch die Höhe der Leistungen wurde aufgestockt.
 

Mehr Senioren, mehr Pflegebedürftige

Es steigt nicht nur die Zahl der älteren Menschen in Deutschland, sondern auch die der Pflegebedürftigen. Ende 2013 waren bundesweit rund 2,6 Millionen Menschen pflegebedürftig. Aktuell sind bereits rund 3,1 Millionen Menschen bei den Pflegekassen registriert und das Statistische Bundesamt schätzt, dass diese Zahl in den kommenden Jahren weiter wachsen wird.

Info:
Was Sie zum Thema Pflegebedürftigkeit wissen sollten, haben wir für Sie in unserem Ratgeber „Pflegebedürftigkeit – Was bedeutet das?“ zusammengestellt. Wir erklären Ihnen darin, welche Pflegegrade es gibt, wie sie festgestellt werden und wie hoch die Leistungen sind, die Sie von Ihrer gesetzlichen Pflegeversicherung erhalten können.
 

Private Absicherung mit einer Pflegezusatzversicherung

Trotz aller Verbesserungen der gesetzlichen Pflegeversicherung fühlen sich immer mehr Menschen nicht ausreichend abgesichert – jeder Zweite hat laut einer aktuellen Forsa-Umfrage Angst davor, im Pflegefall in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Und tatsächlich reichen die gesetzlichen Leistungen nicht aus, um sämtliche Kosten im Pflegefall zu decken.

Eine sinnvolle private Vorsorge ist etwa mit einer Pflegezusatzversicherung möglich. Hier kann man allerdings schnell den Überblick verlieren, denn es gibt viele verschiedene Formen und Tarife: Sie können etwa zwischen einer Pflegetagegeldversicherung, Pflegekostenversicherung, Pflegerentenversicherung und einem Pflege-Bahr wählen.

Info:
Wir erklären Ihnen in unserem Ratgeber „Pflegezusatzversicherung – Das sollten Sie wissen“ die Unterschiede sowie die Vor- und Nachteile der einzelnen Absicherungsformen.

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