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Pflegeabsicherung: Jeder Zweite hat Angst vor finanziellen Problemen im Pflegefall

München, 25.9.2017 | 11:28 | are

Laut einer aktuellen Umfrage hat jeder zweite Deutsche Angst davor, im Fall einer Pflegebedürftigkeit in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Die Verbraucherzentralen fordern daher Entlastungen für Pflegebedürftige. 

Eine Seniorin sitzt vor einem Laptop und hat Geldsorgen.Mehr Frauen als Männer glauben, im Pflegefall finanzielle Probleme zu bekommen.
Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) haben 53 Prozent der Deutschen Angst, im Fall einer Pflegebedürftigkeit nicht ausreichend abgesichert zu sein. Darüber berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Aus der Umfrage geht hervor, dass diese Sorge regional unterschiedlich ausgeprägt ist. Demnach sind im Osten Deutschlands mit 61 Prozent mehr Menschen besorgt als im Westen. Zudem haben mehr Frauen als Männer Angst vor finanziellen Schwierigkeiten im Pflegefall.

Die AXA kam jüngst in ihrem Deutschland-Report sogar zu dem Ergebnis, dass sich nur jeder Siebte ausreichend abgesichert fühlt
 

Verbraucherzentralen fordern jährliche Leistungsanpassungen

Laut der Verbraucherzentrale müssen Pflegebedürftige rund die Hälfte der Kosten für Pflegeleistungen selbst bezahlen. Hinzu kommen weitere Kosten wie etwa für eine Unterbringung im Heim oder Umbaumaßnahmen der eigenen Wohnung. Rund 350.000 Menschen bezogen 2015 nach Angaben des vzbz bereits staatliche Hilfe zur Pflege, da sie ihren Eigenanteil nicht selbst übernehmen konnten.
 
Die Kosten für Pflegeleistungen würden kontinuierlich ansteigen – eine Leistungsüberprüfung der Pflegekassen sei allerdings nur alle drei Jahre vorgesehen. Die Verbraucherzentralen fordern daher, die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung jedes Jahr automatisch an die Kostenentwicklung anzupassen.

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