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GKV-Spitzenverband: Pflegeversicherung mit Minus in Milliardenhöhe

München, 16.3.2018 | 15:36 | are

Die gesetzliche Pflegeversicherung hat das Jahr 2017 mit einem Defizit von 2,4 Milliarden Euro abgeschlossen. Insgesamt sind die Ausgaben auf 37,2 Milliarden Euro gestiegen. Das geht aus aktuellen Zahlen des GKV-Spitzenverbands hervor.

Eine Person stützt sich auf einen Rollator.Seit der jüngsten Pflegereform sind die Ausgaben der gesetzlichen Pflegeversicherung stark angestiegen.
Die Ausgaben der gesetzlichen Pflegeversicherung sind im vergangenen Jahr stark angestiegen. Mit 37,2 Milliarden Euro gaben die Pflegekassen rund 25 Prozent mehr aus als 2016 – damals waren es noch 28,3 Milliarden Euro gewesen. Als Grund nannte der GKV-Spitzenverband die jüngste Pflegereform, die am 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist. Seitdem haben mehr Menschen einen Anspruch auf Pflegeleistungen.

Die begleitende Beitragserhöhung konnte den Verlust letztendlich nicht ausgleichen. Der Beitrag zur Pflegeversicherung war zum Start der Reform um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent erhöht worden. Bis 2022 soll der Beitragssatz aber stabil bleiben.
 

Größter Kostenfaktor: vollstationäre Pflege

Der größte Kostenfaktor der Pflegekassen ist laut dem Verband die vollstationäre Pflege. Sie machte 2017 rund 37 Prozent der Gesamtausgaben aus. Nach ihr folgten Geldleistungen mit über 28 Prozent sowie Pflegesachleistungen (rund 13 Prozent).

Trotz Verlust sieht der Vorstand des GKV-Spitzenverbands Gernot Kiefer keinen Grund zur Sorge. Die Pflegeversicherung befinde sich aufgrund der gebildeten Rücklagen in einer guten finanziellen Verfassung. Nach Angaben des Verbands liegt das Finanzpolster aktuell bei 6,9 Milliarden Euro.

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