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Gesetzliche Pflegeversicherung: Deutlich mehr Pflegebedürftige als erwartet

München, 18.5.2018 | 15:29 | are

Der GKV-Spitzenverband rechnet bis Ende 2018 mit knapp 3,5 Millionen Menschen, die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung beziehen. Ursprünglich wurde mit weniger Leistungsempfängern und geringeren Ausgaben gerechnet.

Eine Pflegerin hilft einem Senior aufzustehen.Bis Ende 2018 werden voraussichtlich rund 3,5 Millionen Menschen Pflegeleistungen beziehen.
Während Ende 2016 noch knapp drei Millionen Pflegebedürftige Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung bezogen haben, rechnet der GKV-Spitzenverband bis Ende 2018 bereits mit rund 3,5 Millionen Leistungsempfängern. Grund dafür ist die jüngste Pflegereform, die am 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist.

Mit einem solch starken Anstieg haben die Verantwortlichen allerdings nicht gerechnet. So sind im Jahr 2017 rund 115.000 mehr Menschen im Bereich der häuslichen Pflege in die Pflegeversicherung gekommen als im Vorfeld der Reform erwartet. Setzt man für diese Personen die durchschnittlichen Ausgaben aller ambulant gepflegten Personen an, ergeben sich laut GKV-Spitzenverband allein für die zusätzlichen Leistungsempfänger Ausgaben von rund 0,9 Milliarden Euro.
 

Defizit von drei Milliarden Euro erwartet

Aufgrund der vielen Leistungsempfänger und der Höhe der Leistungszahlungen erwartet der GKV-Verband für das Jahr 2018 Mehrausgaben von rund zwei Milliarden Euro. Statt dem bisher eingeplanten Defizit der gesetzlichen Pflegeversicherung von einer Milliarde Euro werden Ende des Jahres voraussichtlich rund drei Milliarden Euro fehlen.

Um dies auszugleichen, erwägt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Erhöhung des Beitragssatzes im nächsten Jahr. Es sei eine Erhöhung um mindestens 0,2 Beitragssatzpunkte nötig, sagte er am Donnerstag in Berlin.

Auch die SPD hält eine Erhöhung der Beiträge für unvermeidbar. „Der Pflegebeitrag wird steigen müssen, weil ohne diese Mittel die bessere Versorgung in der Pflege ausfallen würde“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

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