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Eröffnungsbonus statt Kontogebühren 5 Entscheidungskriterien für den Kontowechsel

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Wer sucht, der findet: Auch wenn eine Meldung über Kontogebühren die nächste jagt, bietet eine Reihe von Banken noch ein kostenfreies Girokonto – einige belohnen den Wechsel sogar mit dreistelligen Summen.
Premium-Girokonten im Test

Bleiben oder wechseln? Bei der Antwort auf die Frage hilft ein Vergleich der Konditionen fürs Girokonto

Steigende Girokonto-Gebühren sind seit Wochen der Aufreger schlechthin für Bankkunden – erst recht, weil sich manches Geldhaus hier als überaus erfinderisch erweist und die eine oder andere Gebühr nicht auf den ersten Blick zu erkennen gibt. Doch für Verbraucher gibt es eine Alternative: Statt sich unter die Klagenden einzureihen, sollten sie die eigenen Kontogebühren genau unter die Lupe nehmen und bei Bedarf das Konto wechseln. Damit lässt sich in einigen Fällen nicht nur Geld sparen, sondern sogar ein Bonus einstreichen.

„Insbesondere Direktbanken, die ihre Produkte ausschließlich über das Internet vertreiben und ohne teures Filialnetz auskommen, werden weiterhin gebührenfreie Girokonten anbieten“, sagt Rainer Gerhard, CHECK24-Geschäftsführer im Bereich Finanzen. Sind monatliche Gebühren sicher eines der am direktesten für Bankkunden spürbaren Ärgernisse, so lohnt es sich doch, bei der Suche nach einem neuen Konto einige weitere Punkte zu beachten – ein Überblick:

1. Girokonto kostenlos: nicht immer bedingungslos

Die Zahl der bedingungslos kostenlosen Girokonten ist nicht mehr sehr groß. 25 sind es laut den Verbraucherschützern der Stiftung Warentest noch. Und so lohnt es sich, bei der Auswahl des Kontos bei diesem Punkt genau hinzusehen. Wüstenrot Bank, Consorsbank und DKB beispielsweise knüpfen die kostenlose Kontoführung nicht an Bedingungen. 1822direkt und Volkswagen Bank hingegen gehören zu den Geldhäusern, die nur bis zu einem bestimmten Alter oder ab einem monatlichen Mindestgeldeingang nichts fürs Konto berechnen. Wieder andere stellen ihren Kunden Kontoführungsgebühren in Rechnung. Wer etwa bei der Hypovereinsbank das HVB Aktivkonto führt, der zahlt mit 35 Euro grundsätzlich eine jährliche Gebühr.

2. Überzieher aufgepasst: Überdurchschnittlichen Dispozins vermeiden

Gerade wer öfter knapp bei Kasse ist und vor allem gegen Monatsende ab und an ins Minus rutscht, der sollte bei Auswahl und Wechsel seines Girokontos auch den Dispozinssatz beachten. 9,91 Prozent Dispozinsen jährlich berechnen deutsche Banken laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest im Durchschnitt. Banken wie die DKB liegen mit 6,90 Prozent deutlich unter diesem Wert, andere wie die Deutsche Bank mit ihrem Aktivkonto überschreiten ihn mit 10,90 Prozent.

3. Kreditkarte zum Girokonto: nicht immer dauerhaft kostenlos

Zu vielen Girokonten erhalten Bankkunden mittlerweile eine Kreditkarte. Auch hier lohnt sich genaues Hinsehen. Häufig ist die Kreditkarte im ersten Jahr kostenlos. Beim Wüstenrot Top Giro etwa werden für alle, die 25 Jahre oder älter sind, ab dem zweiten Jahr 19 Euro fällig, sofern sie im Jahr nicht mindestens 2.000 Euro mit der Karte umsetzen. Bei der DKB hingegen kostet die Kreditkarte dauerhaft keine Jahresgebühr. Unterschiede gibt es außerdem bei der Frage, ob der Kontoinhaber mit der zugehörigen Kreditkarte im Euroraum oder sogar darüber hinaus kostenlos Geld an Automaten abheben kann oder wie viel das Bezahlen im Ausland in Fremdwährung kostet.

4. Automatennetz: Bargeldversorgung sicherstellen

Im Land der Barzahler dürfte auch die Erreichbarkeit von Geldautomaten, an denen Kontoinhaber kostenlos Scheine erhalten, ein Kriterium sein. Daher lohnt sich beim Vergleich ein Blick in das Netz, dem die Banken angeschlossen sind. Die Cash Group, zu der unter anderem Commerzbank und Postbank gehören, unterhält bundesweit 9.000 Automaten. Wer sein Konto bei einer Sparkasse führt, kann an 25.700 Automaten des Verbunds Geld abheben – für Aufruhr hat zuletzt gesorgt, dass dies nicht mehr jede Sparkasse bei jedem Kontomodell kostenlos ermöglicht. Die Direktbank DKB gehört keinem Automatenverbund an. Nutzer des Kontos DKB-Cash können allerdings mit der zugehörigen Kreditkarte weltweit kostenlos an Automaten mit Visa-Symbol abheben.

5. Für Wechsler: Nach Boni Ausschau halten

Ein Argument für den Wechsel zu einer bestimmten Bank kann auch ein Bonus zur Kontoeröffnung sein. Hier sticht im Moment die Commerzbank heraus, die bis Ende April 150 Euro für ein neues Girokonto zahlt. Daran sind einige Bedingungen geknüpft, beispielsweise, dass der Antragsteller in den vergangenen zwei Jahren kein Girokonto bei der Bank hatte. Wer die Bedingungen erfüllt, profitiert zusätzlich vom Bonus bei privater Nutzung und belegloser Kontoführung unter anderem von einem dauerhaft kostenlosen Konto. Und wer sich für die Consorsbank entscheidet, der bekommt 50 Euro geschenkt, sofern er ein Gehalt auf das Konto erhält.

Girokonto-Konditionen: 3 Beispiele im Überblick
Bank & Konto Kosten Dispozins/Jahr Kreditkarte: Kosten im 1./2. Jahr Automaten zum kostenlosen Abheben Eröffnungsbonus
ING DiBa: Girokonto Kontoführung kostenlos 6,99 % 0 €/0 € 58.000 50 €*
1822direkt: Girokonto Kontoführung kostenlos bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres oder bei mtl. Geldeingang ohne Mindesthöhe, sonst mtl. 3,90 € 7,43 % 0 €/0 € 25.700 (Sparkassenverbund) 150 €**
Deutsche Bank: Aktivkonto Kontoführungsgebühr von 60 € jährlich 10,90 % 39 €/39 € 9.000 (Cash Group) 0 €

* Bei zwei aufeinanderfolgenden mtl. Gehaltseingängen über min. 1.000 Euro
** Bis zu 100 Euro für Kontowechsel bei min. zwei mtl. Gehaltseingängen über min. 500 Euro in den ersten vier Monaten; 50 Euro für die erfolgreiche Weiterempfehlung
Quelle: CHECK24, Stand: 25.04.2017

Eine detaillierte Übersicht über die Konditionen von 17 Banken finden Sie hier.

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