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Weniger Filialen, mehr Karten 5 Bank-Trends, die auch Sie bald betreffen könnten

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Einige Entwicklungen setzen sich im deutschen Bankenwesen bereits seit vielen Jahren ungebrochen fort. Manche davon könnten sich in naher Zukunft sogar noch verschärfen. Wir stellen fünf Trends vor, die bald auch Ihr Girokonto betreffen könnten.
Frau hebt Geld am Automaten ab

In Deutschland gibt es immer mehr Bankautomaten. Doch nicht alle Bankkunden profitieren davon.

Zum Jahreswechsel hat der Bundesverband deutscher Banken zahlreiche Statistiken zur hiesigen Bankenlandschaft veröffentlicht. Er zeigt verschiedene Entwicklungen im deutschen Bankensektor, die schon seit geraumer Zeit anhalten. Fünf bemerkenswerte Trends im Überblick:

Weniger Banken

Die Anzahl der Banken in Deutschland sinkt seit vielen Jahren kontinuierlich. Von den 2.301 Kreditinstituten, die es 2003 hierzulande gab, waren 2015 nur noch 1.960 übrig. Ein Grund dafür liegt in der Zusammenlegung verschiedener Institute, die auf diese Weise Kosten einsparen wollen – wie zum Beispiel vor wenigen Jahren bei der Fusion von Dresdner Bank und Commerzbank. Unter anderem aufgrund der weiterhin niedrigen Zinsen dürfte sich diese Entwicklung fortsetzen. Dabei ist die Zusammenlegung von Kreditinstituten längst nicht das einzige Mittel, mit dem die Banken derzeit ihre Kosten senken.

Weniger Filialen

Selbst im Stadtbild macht sich der Sparzwang von Banken und Sparkassen vielerorts längst bemerkbar. Leisteten sich die deutschen Geldinstitute 2006 noch rund 43.000 Filialen, waren es 2015 nur noch rund 36.000. Auch Bankkunden, die ihre Filiale vor Ort derzeit noch nicht vermissen, könnten vom Filialsterben womöglich bald betroffen sein. Bis 2030 könnte etwa die Hälfte der heute noch existierenden Filialen verschwinden, so eine Schätzung der Unternehmensberatung A.T. Kearney.

Mehr Online-Banking

Nur wer seine Geldgeschäfte online erledigt, muss sich über den Weg zu nächsten Filiale in der Regel keine Gedanken machen. Viele Deutsche tun das bereits ohnehin. Dieser Trend spiegelt sich zum Beispiel am schnell wachsenden Anteil von Online-Konten wider. 2006 waren gerade mal 39 Prozent der damals rund 91 Millionen deutschen Girokonten online-fähig. Von den rund 100 Millionen Girokonten, die die Deutschen 2015 führten, waren bereits 60 Prozent online nutzbar.

Mehr Geldautomaten

Während Filialen immer seltener werden, stehen den Bankkunden zunehmend mehr Geldautomaten zum Abheben zur Verfügung. Insgesamt rund 58.000 Automaten gab es hierzulande 2015. 2006 waren es lediglich rund 54.000. Allerdings ist das längst nicht für alle Bankkunden eine gute Nachricht. Die Automaten, an denen sie Bargeld kostenfrei abheben können, sind nämlich vielerorts deutlich weniger geworden. Ersetzt werden sie häufig nur von den Geldautomaten spezialisierter Betreiberfirmen, die für jede Abhebung eine Gebühr verlangen.

Mehr Kartenzahlungen

Wer mit Karte bezahlt, spart sich den Weg zum nächsten Geldautomaten und die womöglich dort anfallenden Gebühren gleich mit. Viele Händler erlauben ihren Kunden heute auch die Zahlung von kleineren Beträgen mit der Bankkarte. Das spiegelt sich auch im Zahlverhalten der Kunden wieder. Sie zahlten 2015 etwa dreimal so häufig mit der Girocard – beziehungsweise EC-Karte – wie zehn Jahre zuvor. Der mit den Karten erwirtschaftete Umsatz ist in diesem Zeitraum von 56 auf 138 Milliarden Euro gewachsen. Gleichzeitig steigt auch die Zahl der im Umlauf befindlichen Bankkunden-Karten kontinuierlich. Trugen die Deutschen im Jahr 2000 noch rund 49 Millionen dieser Plastikkarten mit sich herum, waren es im vergangenen Jahr bereits rund 106 Millionen.
 

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