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Termine beim Arzt: CSU gegen längere Sprechstunden - die Kassen dafür

München, 20.6.2018 | 11:47 | mst

Ein CSU-Politiker stellt sich gegen die Forderung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, den Ärzten längere Sprechstunden für gesetzlich Versicherte vorzuschreiben. Die Kassen hatten den Vorschlag dagegen unterstützt.
 

Patient sitzt im Behandlungszimmer beim Arzt auf der Liege.Mitunter müssen Kassenpatienten länger warten, bevor sie einen Termin beim Facharzt bekommen.
Der Gesundheitsexperte der CSU Georg Nüßlein ist gegen längere Mindestsprechstunden für Kassenärzte. „Wir müssen die Ärzte motivieren und nicht mit zusätzlichen Vorschriften bestrafen“, sagte Nüßlein den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
 
Es sei vielmehr notwendig, die ärztliche Vergütung intelligenter zu steuern. Nur so könne man die Ärzte motivieren, schneller und zusätzliche Termine anzubieten. Damit richtet sich der CSU-Politiker gegen die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Kassenärzte zu verpflichten, ihre Mindestsprechstunden für gesetzlich Versicherte von 20 auf 25 Stunden pro Woche zu erhöhen.
 

Krankenkassen: Sprechstunden auch am Samstagnachmittag

Die Krankenkassen hatten den Vorschlag dagegen unterstützt. Der stellvertretende Vorstandschef des GKV-Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg, hatte vorgeschlagen, dass Ärzte zusätzliche Sprechstunden abends und am Wochenende anbieten sollten. So könnte man es den Ärzten ermöglichen, samstags von 7 bis 19 Uhr Sprechstunden anzubieten – statt wie bislang nur bis 14 Uhr. Dafür sei eine bessere Vergütung vorstellbar.
 
Grundsätzlich sehen es die Kassen jedoch „sehr kritisch“, dass die Ärzte für längere Sprechstunden mehr Geld verlangen. Da die gesetzlich Versicherten 90 Prozent der Bevölkerung ausmachten, könne man erwarten, dass Ärzte diesen Patienten auch den überwiegenden Teil der Sprechstundenzeit zur Verfügung stellten.

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