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Kassenpatienten: Keine Termine zum Quartalsende

München, 12.1.2018 | 08:39 | are

Gegen Ende eines Quartals erhalten Kassenpatienten schwieriger einen Arzttermin. Bei Privatpatienten besteht das Problem nicht. Das geht aus einer Studie der Universität Hamburg hervor.

Ein Arzt spricht mit einer Patientin.Kassenpatienten, die zum Quartalsende einen Termin beim Arzt brauchen, müssen oft länger warten.
Demnach nehmen Ärzte jeweils im März, Juni, September und Dezember – also zum Ende eines Quartals – weniger Kassenpatienten für Routinetermine an. Zu Beginn eines neuen Quartals steigt die Zahl der Routineuntersuchungen dann wieder sprunghaft an – bei Hausärzten etwa um sieben Prozentpunkte.

Laut der Studie lässt sich diese Tendenz auch bei anderen Ärzten beobachten. Demnach nimmt die Zahl der Untersuchungen bei Haut- und Augenärzten zum Quartalsende um 14 Prozentpunkte ab. Bei HNO-Ärzten und Orthopäden sind es fast zehn Prozentpunkte.

Der Studie liegen Daten der Techniker Krankenkasse aus den Jahren 2013 und 2014 zugrunde. Es wurden jeweils die 30 häufigsten Untersuchungen der Ärzte ausgewertet.
 

Nur eine begrenzte Zahl von Untersuchungen wird voll bezahlt

Der Grund für die Terminreduktion ist laut der Studie die Tatsache, dass die gesetzlichen Krankenkassen viele Untersuchungen nur bis zu einer begrenzten Zahl vollständig bezahlen. Ist diese Grenze überschritten, wird nur noch ein Teil der Kosten übernommen.

Bei Hausärzten sind etwa 86 Prozent aller Untersuchungen von solchen Grenzen betroffen. Notfälle, Impfungen oder Untersuchungen von Schwangeren und Krebskranken sind davon aber ausgenommen.
 

Abrechnungszeiträume anders planen

Als Lösung des Problems schlagen die Studienautoren vor, Abrechnungszeiträume zu kürzen oder überlappen zu lassen. Dann müssten die Patienten allerdings auch die Möglichkeit haben, ihre Ärzte leichter zu wechseln.

Eine weitere Empfehlung der Autoren ist die Einrichtung von mehr Praxisgemeinschaften oder Versorgungszentren mit Fachärzten aller Art. Bei solchen Zentren ist der Effekt der Terminreduzierung am Ende des Quartals weniger stark ausgeprägt.

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