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Sprechstunden: Krankenkassen: Sprechzeiten beim Arzt nicht flexibel genug

München, 20.12.2018 | 16:25 | whe

Die gesetzlichen Krankenkassen fordern flexiblere Sprechzeiten für Versicherte. Aktuell bieten nur wenige Arztpraxen Sprechstunden außerhalb der Kernzeiten an. Das ergab eine aktuelle Umfrage der Kassen unter 1.400 niedergelassenen Ärzten.

Patienten sitzen beim Arzt im Wartezimmer.Viele Ärzte bieten ihren Patienten zu starre Sprechzeiten, kritisieren die Kassen.
Die gesetzlichen Krankenkassen sehen die Kassenärztliche Vereinigung in der Verantwortung, die Sprechzeiten der niedergelassenen Ärzte patientenfreundlicher zu gestalten. Das sagte Johann-Magnus von Stackelberg, Vorstand des GKV-Spitzenverbands, laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung der Deutschen Presse-Agentur. Denn um den Bedürfnissen der Versicherten gerecht zu werden, müssten auch am frühen Abend und samstags Sprechstunden angeboten werden.
 
Besonders niedrig ist das Angebot an Sprechzeiten nach den Ergebnissen einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Kassen aktuell am Mittwoch- sowie Freitagnachmittag. Lediglich 20 Prozent der befragten Praxen bieten am Mittwochnachmittag Sprechzeiten an, am Freitagnachmittag sind es sogar weniger als 20 Prozent.
 
Auch an den Abenden und am Wochenende ist das Angebot stark begrenzt. Lediglich jede zehnte Praxis hat montags, dienstags oder donnerstags nach 19 Uhr geöffnet. Am Samstag bieten nach Angaben des GKV-Spitzenverbands gerade einmal ein bis zwei Prozent Sprechstunden in der Zeit zwischen 8 und 13 Uhr an.

Kassen fordern, Privatversicherte gesondert zu behandeln

Die Krankenkassen fordern von den Ärzten, Privatpatienten außerhalb der Sprechzeiten für gesetzlich Versicherte zu behandeln. Besonders wenn eine Praxis nur die Mindestzahl von 20 Sprechstunden pro Woche anbietet, sollten für die Privatpatienten zusätzliche Termine und Sprechstunden eingerichtet werden.

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