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Notaufnahme: Kassenärzte fordern Gebühr für Notaufnahme

München, 16.7.2018 | 11:32 | mst

Viele Patienten suchen auch mit Bagatellbeschwerden die Notaufnahmen der Krankenhäuser auf. Die Notfallambulanzen sind überfüllt – die Kassenärzte fordern jetzt notfalls eine Gebühr.

Eingang zu einer Notaufnahme in einem deutschen KrankenhausEingang zu einer Notaufnahme: Patienten ohne ernste Beschwerden sollen nach den Vorstellungen der Kassenärzte hier bald eine Gebühr bezahlen.
Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Andreas Gassen spricht sich dafür aus, von Patienten mit Bagatellbeschwerden eine Gebühr für die Notaufnahme zu verlangen. In vielen Ländern Europas sei so etwas längst üblich, sagte Gassen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
 
„Wenn sich bestimmte Patienten dem Angebot der niedergelassenen Ärzte dauerhaft entziehen und das System nach Gusto nutzen, wie es ihnen gerade einfällt, muss das finanzielle Sanktionen nach sich ziehen“, sagte der Chef der Kassenärzte.
 

Kassenärzte-Chef in Niedersachsen: 50 Euro pro Patient vorstellbar

Am Freitag hatte bereits Mark Barjenbruch, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), eine Kostenbeteiligung von den Patienten gefordert. Wenn 90 Prozent der Patienten in der Notaufnahme keine Notfälle seien, müsse das eine Option sein, sagte Barjenbruch.
 
Sein Verband fordere schon seit 2016 eine Kostenbeteiligung. „Ich kann mir 50 Euro pro Patient vorstellen. Dieses Geld kann in einen Fonds fließen, um andere Projekte im Gesundheitswesen zu fördern“, erläuterte der KVN-Chef.

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