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Studie: Klinik-Notaufnahmen sind überlastet und unterfinanziert

München, 19.2.2015 | 10:21 | mst

Die Kliniken beklagen die Situation in der ambulanten Notfallversorgung: Viele Notaufnahmen der Krankenhäuser seien stark überlastet und unterfinanziert. Das geht aus einer Studie hervor, welche die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) am Dienstag vorgestellt hat. Demnach erhalten die Kliniken für einen Notfall im Schnitt 32 Euro. Dem stehen jedoch tatsächliche Kosten in Höhe von 120 Euro gegenüber.

Krankenbett in NotaufnahmeDie Notfallversorgung in Deutschland ist unterfinanziert.
Bei mehr als zehn Millionen Notfällen pro Jahr würde dies einen Fehlbetrag von einer Milliarde Euro ergeben, rechnet die Krankenhausgesellschaft vor. Die Krankenhäuser seien in der Leistungspflicht für alle Patienten, die in der Notaufnahme Hilfe suchten, sagte Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der DKG. Dadurch gerieten die Kliniken allerdings in eine Kostenfalle.
 
Für die Organisation der Notdienste sind derzeit die Kassenärztlichen Vereinigungen verantwortlich. Sie müssten eigentlich dafür sorgen, dass die niedergelassenen Ärzte eine flächendeckende Notfallversorgung auch außerhalb der Sprechzeiten sicherstellen. Nach Ansicht der Krankenhausgesellschaft funktioniere dies in der Praxis jedoch schon seit langem nicht mehr. Selbst an Orten, wo es Notfalldienste gebe, würden die Patienten die Notaufnahmen der Krankenhäuser aufsuchen.
 
Rund jeder dritte Patient, der ein Krankenhaus aufsucht, könnte nach Ansicht der DKG aber auch in einer Praxis behandelt werden. Dies würde die Kliniken entlasten. Die Krankenhausgesellschaft fordert, dass die Kliniken die Notfallversorgung selbst organisieren und über die Vergütung der Leistungen eigenständig entscheiden sollten. Die Notfallvergütung für niedergelassene Ärzte sei für die kostenintensiven Leistungen eines Krankenhauses zudem viel zu gering. Die Bundesregierung will die Finanzierung der Notfallambulanzen im Zuge der geplanten Krankenhausreform neu regeln. Die Reform sehe Verbesserungen für die Kliniken vor, sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach laut Medienberichten.

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