Sie sind hier:

Medizinalhanf: Lieferengpässe bei Cannabis aus der Apotheke

München, 4.9.2017 | 12:10 | mst

Schwerkranke Patienten können Cannabis auf Kassenkosten erhalten. Tausende Betroffene haben bereits Anträge eingereicht – doch es gibt Lieferengpässe.
 

Medizinalhanf in PlastikdoseSchwer kranke Patienten können seit März Cannabis auf Rezept erhalten.
Bei der Versorgung von Schwerkranken mit medizinischem Cannabis gibt es Lieferengpässe. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor. „Es liegen derzeit Meldungen vor, dass einige Sorten an Medizinal-Cannabisblüten im Einzelfall nicht lieferbar sind“, heißt es in dem Schreiben.

Die Bundesregierung verweist darauf, dass Ärzte in diesem Fall alternative Arzneimittel auf Cannabis-Basis verschreiben könnten.
 

Cannabis auf Kosten der Krankenkasse

Schwerkranke und Schmerzpatienten können seit diesem März Cannabis auf Rezept erhalten. Sollte der behandelnde Arzt dies verordnen, müssen die Krankenkassen die Kosten übernehmen.
 
Nach Informationen des Magazins Spiegel haben bereits tausende Patienten Anträge auf eine Kostenübernahme gestellt. Demnach sollen bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) 3.600 Anträge eingegangen sein, bei den Ersatzkassen 2.000 sowie bei den Betriebskrankenkassen mindestens 650. Nach dem Bericht sollen die Kassen rund 50 bis 60 Prozent der Anträge bewilligen.
 
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte dem Spiegel, er erwarte, dass die Krankenkassen das Gesetz im Sinne der Patientinnen und Patienten umsetzen, so wie der Gesetzgeber das gewollt habe. Man werde das sehr eng begleiten.

Weitere Nachrichten zum Thema Gesetzliche Krankenversicherung