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Krankenkassen: Zehn Milliarden Euro zu wenig für Hartz-IV-Empfänger

München, 15.12.2017 | 10:57 | are

Die Krankenkassen erhalten jedes Jahr knapp zehn Milliarden Euro zu wenig für die Versorgung von Hartz-IV-Empfängern. Das geht aus einem neuen Gutachten für das Gesundheitsministerium hervor, über das die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet. 

Ein Stethoskop liegt auf einem Laptop, daneben liegen Pillen und Euroscheine.Bei der Versorgung von Hartz-IV-Empfängern müssen die Kassen ordentlich zuzahlen.
Demnach erhalten die Krankenkassen von der Bundesregierung nur 38 Prozent ihrer Gesundheitsausgaben für Hartz-IV-Empfänger, Aufstocker und Arbeitslose erstattet. Insgesamt beläuft sich die Zahlungslücke auf 9,6 Milliarden Euro.

Pro Monat überweise der Staat für jeden Langzeitarbeitslosen knapp 100 Euro. Um die Kosten zu decken, wäre laut dem Gutachten ein Betrag von bis zu 290 Euro nötig.

Wie die FAZ weiter berichtet, fühlten sich die Krankenkassen durch das Gutachten in ihrer lange vertretenen Einschätzung bestätigt, dass die aktuell gezahlte Monatspauschale die Ausgaben nicht annähernd decke.
 

Kassen hoffen auf Anpassung durch die kommende Regierung

„Wir hoffen, dass die kommende Regierung das Problem der unzureichenden ALG-II-Beiträge angeht“, sagte die Vorsitzende des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung Doris Pfeiffer der FAZ.

Bei den Privatversicherten zeige sich, dass der Staat schon heute in der Lage sei, mehr für ALG-II-Bezieher zu erstatten. „Dort werden bis zu 341 Euro monatlich gezahlt“, sagte Pfeiffer.

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