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Hilfsmittel: Für Hörgeräte zahlen gesetzlich Versicherte oft drauf

München, 3.7.2019 | 11:22 | mst

Kassenpatienten zahlen für Hilfsmittel in den meisten Fällen nur maximal zehn Euro. Bei Hörgeräten sieht das jedoch anders aus: Hier fallen häufig hohe Mehrkosten an.
 

Ärztin setzt einem älteren Patienten ein Hörgerät ein.Für zwei Hörgeräte zahlen Versicherte im Schnitt 1.200 Euro an Mehrkosten.
Die meisten medizinischen Hilfsmittel wie Sehhilfen oder Prothesen erhalten gesetzlich Versicherte ohne Mehrkosten. Das zeigt ein Mehrkostenbericht für das zweite Halbjahr 2018, den der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zum ersten Mal veröffentlicht hat.
 
Demnach zahlten die Versicherten in 82 Prozent der Fälle keine Mehrkosten. Nur in 18 Prozent der Fälle fielen derartige Kosten an. Im Schnitt zahlten die Versicherten dann 118 Euro aus der eigenen Tasche.

Bei jedem zweiten Hörgerät zahlen Versicherte Mehrkosten

Zwei Drittel der Mehrkosten entfielen auf Hörgeräte. Hier kam es in fast jedem zweiten Fall (48 Prozent) zu zusätzlichen Kosten. Im zweiten Halbjahr zahlten die Versicherten für Hörhilfen insgesamt 198 Millionen Euro – im Schnitt 1.200 Euro bei Geräten für beide Ohren.
 
Bei Einlagen für Schuhe entstanden in jedem zweiten Fall (49 Prozent) Mehrkosten von durchschnittlich 35 Euro. Auch bei Kompressionsstrümpfen (30 Prozent der Fälle, im Schnitt 23 Euro), Brillengläsern und Kontaktlinsen (23 Prozent, 153 Euro) und Hilfsmitteln gegen Inkontinenz wie Windeln (16 Prozent, 72 Euro) fielen häufig Zusatzkosten an.

Mehrkosten und gesetzliche Zuzahlung

Mehrkosten fallen an, wenn sich Versicherte für Hilfsmittel entscheiden, die über die Kassenlösung hinausgehen – etwa mit speziellen, besseren Eigenschaften. Ansonsten zahlen Kassenpatienten für Hilfsmittel nur eine gesetzliche Zuzahlung. Diese liegt pro Hilfsmittel bei mindestens fünf und höchstens zehn Euro – aber nie über den tatsächlichen Kosten.

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