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Antwort der Bundesregierung: Bundesweit erhalten 779 Patienten Cannabis

München, 6.7.2016 | 11:03 | mst

Derzeit haben bundesweit 779 Patienten eine Ausnahmegenehmigung, um Cannabis in der Apotheke erwerben zu dürfen. Im Monat geben sie rund 500 Euro dafür aus.
 

Medizinal-Hanf mit KolbenCannabis aus der Apotheke: Das gibt es derzeit nur für schwer kranke Patienten mit einer Ausnahmegenehmigung.
Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor. Demnach kaufen 744 Patienten regelmäßig Cannabisblüten, 45 Cannabisextrakte. Zehn Patienten hatten eine Genehmigung für beide Varianten.
 
Nach Informationen der Bundesregierung kostet ein Gramm Cannabis in der Apotheke 15 bis 20 Euro. Für getrocknete Cannabisblüten müssen die Patienten monatlich im Schnitt 540 Euro zahlen, bei einem besonders hohen Tagesbedarf bis zu 1.800 Euro.
 

Die meisten Konsumenten sind Schmerzpatienten

Die meisten Patienten, die Cannabis konsumieren, leiden unter schmerzhafter Spastik bei multipler Sklerose (62 Prozent), ADHS (12 Prozent) oder dem Tourette-Syndrom (4 Prozent).
 
Derzeit benötigt man eine Ausnahmegenehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), um Cannabis in der Apotheke erwerben zu dürfen. Sie müssen dies zudem meist selbst zahlen, die Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht.
 
Die Bundesregierung will den Zugang zu Cannabisprodukten für schwer Kranke erleichtern. Die gesetzliche Krankenversicherung soll bei solchen Patienten in Zukunft die Versorgung übernehmen.
 

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