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GKV-Beitragssatz: FDP offen für Abschaffung des Zusatzbeitrags

München, 18.10.2017 | 11:42 | mst

Die FDP hält es grundsätzlich für richtig, dass sich die Arbeitgeber an den Kosten der Krankenversicherung beteiligen. Der DGB fordert eine Rückkehr zur paritätischen Finanzierung.
 

Stethoskop mit Euro-Scheinen und MünzenAktuell zahlen Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag aus eigener Tasche.
Die FDP zeigt sich bei der Frage nach der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung kompromissbereit. Es sei richtig, dass sich die Arbeitgeber an den Kosten für die medizinische Versorgung beteiligen würden, sagte FDP-Präsidiumsmitglied Marie-Agnes Strack-Zimmermann laut einem Bericht des Deutschen Ärzteblattes. Das gelte auch für wachsende Kosten.
 
Die FDP-Politikerin schloss eine paritätische Finanzierung nicht aus, bei der Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils die Hälfte der Versicherungsbeiträge zahlen würden. Dies sei jedoch nicht zwingend die geeignete Lösung, sagte Strack-Zimmermann dem Fachmagazin.
 

DGB: Arbeitgeber sollen wieder Hälfte der Beiträge zahlen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat indes gefordert, die Arbeitnehmer stärker zu entlasten. Die absehbare leichte Senkung des Zusatzbeitrags sei völlig unzureichend, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der Neuen Osnabrücker Zeitung. Bei einem Zusatzbeitrag von 1 Prozent habe ein Arbeitnehmer immer noch eine jährliche Mehrbelastung von durchschnittlich 379 Euro.
 
„Die Rückkehr zur paritätischen Krankenversicherung, zu gleichen Beiträgen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, muss auf die politische Tagesordnung“, forderte Buntenbach.
 
Seit 2015 beträgt der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung 14,6 Prozent. Arbeitgeber übernehmen davon 7,3 Prozent. Zusätzlich verlangen die Krankenkassen einen Zusatzbeitrag, den die Arbeitnehmer alleine zahlen müssen. Derzeit liegt der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 1,1 Prozent.

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