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Behandlungsfehlerstatistik: Schlichtungsstellen melden über 2.200 Behandlungsfehler

München, 4.4.2018 | 14:44 | are

Die Zahl der Behandlungsfehler, die 2017 bei Schlichtungsstellen und Gutachtern eingingen, ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Das geht aus der aktuellen Behandlungsfehlerstatistik hervor, welche die Bundesärztekammer am Mittwoch vorgestellt hat.

Ein gestresster Chirurg steht vor einer Wand mit Röntgenbildern.Den Ärzten wurden im vergangenen Jahr weniger Behandlungsfehler vorgeworfen.
Demnach haben die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen in ganz Deutschland 7.307 Entscheidungen zu Fällen getroffen, in denen Behandlungsfehler vermutet wurden. In 2.213 Fällen lag tatsächlich ein Behandlungsfehler vor. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 wurden insgesamt 7.639 Entscheidungen gefällt und 2.245 Behandlungsfehler festgestellt.

Patienten hatten in 1.783 Fällen einen Anspruch auf eine Entschädigung, da der Behandlungsfehler oder eine fehlende Aufklärung über die Risiken zu einem Gesundheitsschaden führte. In 62 Fällen führte ein Behandlungsfehler sogar zum Tod des Patienten. In 430 Fällen lag zwar ein Behandlungsfehler vor, es wurden aber keine nachweisbaren Auswirkungen auf die Gesundheit des Patienten festgestellt.
 

Die meisten Fehler in Unfallchirurgie und Orthopädie

Mit drei Vierteln aller Beschwerden betrafen laut Bundesärztekammer (BÄK) die meisten Vorwürfe den stationären Bereich. Rund ein Viertel der Verdachtsfälle war an Praxen oder Medizinische Versorgungszentren gerichtet. Sowohl im Klinikbereich als auch in den Praxen und Versorgungszentren waren die am häufigsten beteiligen Fachgebiete die Unfallchirurgie und Orthopädie.

Gleichzeitig führten die Diagnosen Knie- und Hüftgelenksarthrosen wie im Vorjahr am häufigsten zum Vorwurf eines Behandlungsfehlers. Danach folgten Unterschenkel- und Sprunggelenkfrakturen sowie Bandscheibenschäden.

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