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Wichtige Änderungen zum 01.01.2022

Gute Nachrichten für alle gesetzlich Versicherten: Auch in 2022 ist der Wechsel der gesetzlichen Krankenkasse schnell und einfach! Darüber hinaus bleiben wesentliche Bemessungsgrößen zum 01.01.2022 weitestgehend konstant. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, Patientenakten und Rezepte werden zum 01.01.2022 weiter digitalisiert.

Einfacher Wechselprozess für gesetzliche Krankenversicherung

Wechsel ohne Kündigungsbestätigung

Der zum 1. Januar 2021 eingeführte vereinfachte Wechselprozess von einer gesetzlichen Krankenkasse zu einer anderen bleibt bestehen. So müssen bereits gesetzlich Versicherte für einen Krankenkassenwechsel nicht mehr bei Ihrer bisherigen Kasse kündigen und eine Kündigungsbestätigung anfordern, sondern können direkt eine neue Kasse ihrer Wahl wählen. Die Übermittlung der Kündigung an die bisherige Kasse übernimmt die neue Wunschkasse über ein elektronisches Meldeverfahren.

Ganz wichtig: Auch während des Wechsels sind Sie zu jederzeit krankenversichert. Eine Versicherungslücke ist vom Gesetzgeber ausgeschlossen, da eine Ablehnung des Antrags (z. B. aufgrund des Alters, Vorerkrankungen oder laufenden Behandlungen) bei zuvor bereits gesetzlich Versicherten ausgeschlossen ist. Wir erledigen diesen Wechsel ganz einfach für Sie.

 

Wechsel alle 12 Monate möglich:

Bereits seit dem 01.01.2021 sind gesetzlich Versicherte nur noch 12 Monate an ihre Krankenkasse gebunden. Ähnlich wie eine Kfz-Versicherung oder einen Stromvertrag können Versicherte somit jährlich ihre Krankenkasse wechseln und damit von Beitragssenkungen und Anpassungen bei Zusatzleistungen profitieren.

 

Sofortiger Wechsel bei Arbeitgeberwechsel möglich:

Ein Sonderkündigungsrecht besteht für Versicherte seit dem 01.01.2021, wenn sie ihren Arbeitgeber wechseln. Dann können Versicherte sofort die Kasse wechseln, d.h. ohne Kündigung bei ihrer Vorkasse und ohne Berücksichtigung der Bindungsfrist. Wichtig ist allerdings, dass Beschäftigte spätestens bis 14 Tage nach Arbeitsbeginn eine neue Kasse wählen und den Arbeitgeber formlos über die Wahl der Krankenkasse informieren.

 

Elektronische Mitgliedsbescheinigung für Arbeitgeber:

Seit dem 01.01.2021 erhalten Arbeitgeber die Mitgliedsbescheinigung für neue Arbeitnehmer auf elektronischem Wege. Die bisherige Bescheinigung aus Papier entfällt.

 

Bei allen Änderungen im Kassenwahlrecht gilt nach wie vor:

Erhöht eine Krankenkasse ihren individuellen Zusatzbeitrag, so haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht in dem Monat, in dem der Beitrag erstmals erhoben wird und können eine neue Kasse wählen. Nach Ablauf von zwei vollen Kalendermonaten können die Versicherten dann zu ihrer neuen Wunschkasse wechseln. Regelmäßig zum Jahreswechsel passen viele Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge an und insbesondere dann kann sich ein Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse lohnen. Je nach Bundesland, Einkommen und bisheriger Krankenkasse sind dann Ersparnisse von bis zu 293 Euro pro Jahr möglich.

Änderungen bei wesentlichen Bemessungsgrößen

Zum 01.01.2022 bleiben wesentliche Bemessungsgrößen für die gesetzliche Krankenversicherung konstant.

 

Beitragsbemessungsgrenze:

Für 2022 bleibt die Beitragsbemessungsgrenze konstant bei  58.050 Euro. Bis zu diesem Maximalwert werden die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung berechnet.

 

Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG):

Anders als Selbstständige oder Beamte können Angestellte erst ab dem Erreichen der sog. Jahresarbeitsentgeltgrenze zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung frei wählen. Für 2022 bleibt diese Jahresarbeitsentgeltgrenze konstant bei 64.350 Euro Einkommen pro Jahr.

 

Individueller Zusatzbeitrag:

Für alle gesetzlich Versicherten ist der Zusatzbeitrag von Bedeutung. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag soll für 2022 konstant bei 1,3 Prozent gehalten werden. Dies soll u.a. durch einen zusätzlichen Steuerzuschuss realisiert werden. Jede Krankenkasse entscheidet jedoch individuell über ihren Zusatzbeitrag. Somit können Versicherte auch in 2022 sehr unterschiedlich von Beitragserhöhungen betroffen sein. Ein regelmäßiger Vergleich lohnt sich.

 

Freibetrag für Betriebsrentner:

Der Freibetrag für Betriebsrentner liegt auch in 2022 bei 164,50 Euro pro Monat.

Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, Patientenakten und Rezepte

 

Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU):

Ab dem 01.01.2022 wird die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) elektronisch an die Krankenkassen übermittelt, spätestens ab dem 01.07.2022 soll auch die Weiterleitung der Daten an den Arbeitgeber nur noch digital erfolgen. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) wird dann vom Arbeitgeber direkt bei der jeweiligen Krankenkasse abgerufen. Arbeitgeber erhalten somit auf digitalem Wege Informationen über den Beginn sowie die voraussichtliche Dauer einer Arbeitsunfähigkeit. Damit sollen Streitigkeiten über die Frage, ob eine AU rechtzeitig vorlag, vermieden und bürokratische Prozesse reduziert werden. Trotz voranschreitender Digitalisierung bekommen Arbeitnehmer weiterhin als Beweis- und Dokumentationsmittel den „gelben Schein” bei ihrem Arzt ausgestellt. Ebenso sind sie weiterhin verpflichtet, ihren Arbeitgeber unmittelbar über eine Arbeitsunfähigkeit zu informieren.

 

Elektronische Patientenakte (ePA):

Die elektronische Patientenakte wurde im Jahr 2021 bereits schrittweise eingeführt und soll sicherstellen, dass Informationen über Befunde und Behandlungen schnell und zuverlässig zur Verfügung stehen. So sollen unnötige und kostenintensive Doppelbehandlungen reduziert werden. Zunächst mussten Krankenkassen ihren Versicherten eine App zur Verfügung stellen, über die Versicherte Zugang zu ihrer Patientenakte bekommen. In den jeweiligen Apps können Versicherte selbst ihre Arztbriefe, Diagnosen und andere relevante Dokumente hinterlegen. Seit dem dritten Quartal 2021 läuft die flächendeckende Befüllung der ePA in den Arztpraxen. Ab dem 01.01.2022 soll diese nun auch flächendeckend in Krankenhäusern zum Einsatz kommen.

Ganz wichtig: Versicherte bestimmen selbst, welche Daten in ihrer ePA gespeichert oder gelöscht werden sollen. Ebenso ist der Zugriff für Ärzte streng reglementiert und nur mit Freigabe durch den Versicherten bzw. die Versicherte möglich.

 

Elektronisches Rezept (eRezept):

Zum 01.01.2022 wird das eRezept für alle verschreibungspflichtigen Arzneimittel verpflichtend eingeführt. Das eRezept ersetzt damit die bekannten rosa Papierrezepte. Mittels einer App senden Patienten dann einen QR-Code an eine Apotheke und erhalten so ihr verschriebenes Arzneimittel. Daneben besteht die Möglichkeit, auch weiterhin ein Papierausdruck zur Vorlage in der Apotheke zu erhalten. Dieser Ausdruck enthält jedoch nicht mehr die Arzneimittelverordnung selbst sowie Unterschrift des Arztes, sondern lediglich einen QR-Code, mit dem Apotheken auf die digitale Verordnung zugreifen können. Das eRezept soll den Papier- und Verwaltungsaufwand für Ärzte reduzieren und ermöglicht darüber hinaus eine schnelle Rezeptausstellung auch nach einer digitalen Sprechstunde.

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