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Power-to-Gas: Erdgas aus Ökostrom

20.08.2019

Power-to-Gas ist eine Methode Ökostrom aus Windkraftanlagen zu speichern, dafür wird der Strom mittels Elektrolyse in Gas umgewandelt. Seit mittlerweile mehr als fünf Jahren haben Gaskunden in Deutschland die Möglichkeit, dieses Windgas zu beziehen. Wir erklären, wie Ökogas aus Strom gewonnen wird und warum die Power-to-Gas-Technologie so wichtig für die Energiewende ist.

Power-to-Gas – so funktioniert's

© Carsten Raffel / Greenpeace Energy eG

Für die Gewinnung von Windgas wird das Elektrolyseverfahren genutzt: Nach der Zugabe von Wasser wird in einem sogenannten Elektrolyseur der Strom in Wasserstoff umgewandelt. Der Wasserstoff kann dann als erneuerbares Erdgas direkt ins Gasnetz eingespeist werden. Dort vermischt er sich mit herkömmlichem Erdgas. Da der Wirkungsgrad von Power-to-Gas-Anlagen mit etwa 30 bis 40 Prozent nicht besonders hoch ist, eignet sich die Technologie nicht zum Energietransport, sondern wird vor allem in der dezentralen Energieversorgung genutzt. So wird Power-to-Gas zum Bespiel in Wohnanlagen eingebaut, die eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach haben. Hier wird der lokal erzeugte Sonnenstrom direkt in der Power-to-Gas-Anlage mittels Elektrolyse in Gas umgewandelt wird. Dieses Ökogas kann dann direkt zum Beheizen der Wohnanlage genutzt werden.

Windgas als Speichermöglichkeit für Ökostrom

Windgas ist wie Biogas eine erneuerbare Alternative zu dem endlichen Rohstoff Erdgas. Die Umwandlung von Ökostrom in Windgas hat jedoch noch einen weiteren großen Vorteil: Überschüssiger Windstrom kann so über einen längeren Zeitraum gespeichert werden. Zu Hochzeiten wird in Windkraftanlagen eine so große Menge Strom produziert, dass die Stromnetze überlastet werden könnten. Und der Netzausbau geht nur schleppend voran. Gerade Strom aus Offshore-Anlagen kann deshalb immer öfter nicht genutzt werden. Dank Power-to-Gas kann der Ökostrom über mehrere Monate gespeichert werden – und zwar im bereits vorhandenen Gasnetz. Bei Bedarf ist es dann möglich, das Gas wieder „rückzuverstromen“. Das Stromnetz wird so deutlich flexibler.

Ökogas = Klimagas, Biogas und Windgas

Umweltbewusste Verbraucher setzen auf Ökogas. Hier hat man verschiedene Möglichkeiten: Bei sogenannten Klimagastarifen erhält man herkömmliches Erdgas und die Anbieter gleichen den CO2-Ausstoß an anderer Stelle aus. In der Regel unterstützen sie Klimaschutzprojekte, zum Beispiel die Aufforstung von Regenwäldern.

Wer tatsächlich mit Erdgas aus erneuerbaren Ressourcen versorgt werden möchte, wählt Biogas oder Windgas. Biogas wird durch die Vergärung von Biomasse gewonnen. Als solche können Reste aus der Landwirtschaft oder Nahrungsherstellung verwendet werden oder sogenannte Energiepflanzen, wie beispielsweise Mais. Energiepflanzen sind Pflanzen, die speziell für die Energiegewinnung angebaut werden. In der Kritik steht, dass der Anbau von Energiepflanzen oftmals mit Monokulturen einhergeht. Eine Alternative zum Biogas ist Windgas. Hier wird Ökostrom aus Windkraftanlagen in Erdgas umgewandelt. Die Technologie wird auch Power-to-Gas genannt.

Wie kann ich Windgas beziehen?

Der Ökostromanbieter Greenpeace Energy bietet mit ProWindgas Gaskunden einen Tarif mit einem Gemisch aus herkömmlichem Erdgas und Windgas an. ProWindgas kam 2011 auf den Markt und war damit deutschlandweit das erste derartige Angebot. Der Tarif ist ein Fördertarif, enthält also einen Beitrag, der der Erforschung und dem Ausbau der Windgas-Technologie dient. Dahinter steckt die Überzeugung, dass Power-to-Gas für eine erfolgreiche Energiewende unerlässlich ist.

Bei Verbrauchern stößt das Angebot auf sehr positive Resonanz: ProWindgas hat sich zu einem der beliebtesten Ökogastarife überhaupt entwickelt und wird heute an über 14.000 Kunden geliefert. In Zukunft soll der Wasserstoff-Anteil im Gasmix kontinuierlich gesteigert werden, verspricht Greenpeace Energy. Mittlerweile haben andere Anbieter nachgezogen und setzen auf Power-to-Gas.


CHECK24 Energieexpertin Kristin Heinrich Kristin Heinrich
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