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Power-to-Gas: Windgas aus Ökostrom

20.08.2019

Power-to-Gas ist eine Methode Ökostrom aus Windkraftanlagen zu speichern, dafür wird der Strom mittels Elektrolyse in Gas umgewandelt. Aus diesem Grund wird das so erzeugte Gas auch als Windgas bezeichnet. Seit 2011 haben Gaskunden in Deutschland die Möglichkeit, dieses Windgas zu beziehen. Wir erklären, wie Ökogas aus Strom gewonnen wird und warum die Power-to-Gas-Technologie so wichtig für die Energiewende ist.

Wie wird Windgas erzeugt?

© Greenpeace Energy eG

Power-to-Gas einfach erklärt

Für die Gewinnung von Windgas wird das Elektrolyseverfahren genutzt: Nach der Zugabe von Wasser wird in einem sogenannten Elektrolyseur der Strom in Wasserstoff umgewandelt. Der Wasserstoff kann dann als erneuerbares Windgas direkt ins Gasnetz eingespeist werden. Dort vermischt es sich mit herkömmlichem Erdgas. Da der Wirkungsgrad von Power-to-Gas-Anlagen mit etwa 30 bis 40 Prozent nicht besonders hoch ist, eignet sich die Technologie nicht zum Energietransport, sondern wird vor allem in der dezentralen Energieversorgung genutzt. So wird Power-to-Gas zum Bespiel in Wohnanlagen eingebaut, die eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach haben. Hier wird der aus Solarenergie lokal erzeugte Strom direkt in der Power-to-Gas-Anlage mittels Elektrolyse in Windgas umgewandelt. Dieses Ökogas kann dann direkt zum Beheizen der Wohnanlage genutzt werden.

Windgas von Greenpeace Energy

Der Ökostromanbieter Greenpeace Energy bietet unter dem Markennamen proWindgas spezielle Windgas-Tarife an. Sie bestehen aus einem Gemisch aus herkömmlichem Erdgas, Biogas und Windgas. ProWindgas kam 2011 auf den Markt und war damit deutschlandweit das erste derartige Angebot. Mittlerweile haben andere Anbieter nachgezogen und setzen auch auf Power-to-Gas. Bei Verbrauchern stößt das Angebot auf sehr positive Resonanz: proWindgas wird heute an über 30.000 Privat- und Gewerbekunden geliefert. In Zukunft soll der Windgas-Anteil im Gasmix kontinuierlich gesteigert werden, verspricht Greenpeace Energy.

Fördertarife und veganes Windgas

Seit Januar 2021 bietet Greenpeace Energy weitere Windgas-Tarife an. Neben dem Basistarif können die speziellen Fördertarife proWindgas plus und proWindgas vegan plus ausgewählt werden. Beziehen Kunden diese Fördertarife fördern sie mit einem Cent pro Kilowattstunde die Windgas-Technologie. Auch beim Basistarif fließen 0,4 Cent pro kWh in die Förderung ein. Der Ökostromanbieter strebt an, bis 2027 alle Gaskunden mit hundert Prozent erneuerbaren Gasen zu versorgen. Die vegane Qualität des Gases stellt der Anbieter sicher, indem er nur Biogas bezieht, dass aus Zuckerrüben hergestellt wurde, die nicht für die Nahrungsmittelproduktion geeignet sind.

Windgas als Speichermöglichkeit für Ökostrom

Windgas ist wie Biogas eine erneuerbare Alternative zu dem endlichen Rohstoff Erdgas. Die Umwandlung von Ökostrom in Windgas hat jedoch noch einen weiteren großen Vorteil: Überschüssiger Windstrom kann so über einen längeren Zeitraum gespeichert werden. Zu Hochzeiten wird in Windkraftanlagen eine so große Menge Strom produziert, dass die Stromnetze überlastet werden könnten. Und der Netzausbau geht nur schleppend voran. Gerade Strom aus Offshore-Anlagen kann deshalb immer öfter nicht genutzt werden. Dank Power-to-Gas kann der Ökostrom über mehrere Monate gespeichert werden – und zwar im bereits vorhandenen Gasnetz. Bei Bedarf ist es dann möglich, das Gas wieder „rückzuverstromen“. Das Stromnetz wird so deutlich flexibler.


CHECK24 Energieexpertin Sara Hofmann Sara Hofmann
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