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Überangebot an Öl und Erdgas Opec und Russland einigen sich nicht auf gemeinsame Fördermengen

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Russland und die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) um Saudi-Arabien werden sich nicht darüber abstimmen, wie viel Öl sie in Zukunft fördern. Sowohl für den Öl- als auch für den Gasmarkt wird derzeit nicht mit einer langfristigen Stabilisierung der Preise gerechnet. 

Auf dem internationalen Ölmarkt herrscht weiterhin ein Überangebot.
Russland erwartet eine weitere Rekordförderung an Öl.
Die Opec, Russland und andere Länder hatten sich im April mit dem Ziel getroffen, gemeinsame Förderquoten für Rohöl zu finden, damit sich die Preise langfristig stabilisieren können. Doch nun sagte Russlands Energieminister Alexander Novak einem Bericht des Handelsblatts zufolge, man habe keine Werkzeuge und Mechanismen, um sich auf Produktionsbegrenzungen zu einigen. Laut Novak geht es bei der Kooperation zwischen Opec und Russland hauptsächlich um den Austausch von Informationen und Analysen für den globalen Ölmarkt. Eine Abstimmung der Produktion sehe er nicht als vordergründig an.
 

Rekord bei Ölförderung in Russland

Russland hat im letzten Jahr so viel Öl gefördert wie seit 30 Jahren nicht. Im Schnitt produzierte es 10,73 Barrel Erdöl pro Tag. In diesem Jahr will das Land seine Produktion noch einmal steigern: Bis zu 10,93 Millionen Barrel könnten täglich gefördert werden. Das Überangebot auf dem internationalen Ölmarkt war einer der Hauptgründe für den Absturz der Ölpreise im Winter. Im Januar befand sich der Ölpreis mit 24 Dollar pro Barrel Rohöl auf einem 13-Jahrestief. Mittlerweile haben sich die Ölpreise zwar erholt; ein Barrel kostet momentan etwa 45 Dollar. Mit einer langfristigen Preisstabilisierung kann jedoch nicht gerechnet werden.
 

Überangebot auch auf dem internationalen Gasmarkt

Nicht nur beim Öl gibt es derzeit ein Überangebot auf dem internationalen Markt. Auch der Markt für Erdgas ist derzeit übersättigt, was vor allem daran liegt, dass die USA ihre Fördermenge durch die Anwendung von Fracking immer weiter steigern. Doch auch die Ölpreis-Bindung hat immer noch Nachwirkungen, obwohl sie eigentlich aufgehoben ist. So ist es nicht ungewöhnlich, dass sich ein niedriger Ölpreis auch auf die Gaspreise auswirkt. Entsprechend günstig ist derzeit auch Erdgas für die Endverbraucher. Im ersten Halbjahr 2016 ist der Gaspreis für Haushaltskunden um rund vier Prozent gesunken.