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Strompreisrekord in Deutschland


Die Strompreise befinden sich aktuell auf einem Rekordhoch, kurzfristig ist nicht mit einer Entspannung zu rechnen.

Die Gründe für diesen starken Anstieg sind vielfältig:

  1. Der Energieverbrauch ist im Zuge der weltweiten wirtschaftlichen Erholung stark gestiegen.

  2. Mit der steigenden Nachfrage zogen Großhandelspreise für Öl, Gas und Kohle deutlich an, welche zur Stromerzeugung notwendig sind.

  3. Hinzu kommen erhöhte CO2-Abgaben, welche auf diese Energieträger fällig werden.

  4. In Folge bewegt sich der Börsenstrompreis auf einem Rekordniveau. Mit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine steigen die Preise an der Strombörse erneut an.

  5. Viele Stromanbieter geben diese Kosten an die Verbraucher weiter (Ø +34,8 % in der Grundversorgung).

Weitere Informationen zu den Rekordpreisen bei Strom finden sie hier.

Sollten Sie eine Strompreiserhöhung erhalten, können Sie von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und den Anbieter wechseln. Vergleichen Sie jetzt Stromtarife und schützen Sie sich mit einer Preisgarantie vor weiter steigenden Strompreisen: Von CHECK24 empfohlene Tarife haben immer eine Preisgarantie von mindestens 12 Monaten.


Sollten Sie sich nach der Preiserhöhung eines Alternativanbieters für die lokale Grundversorgung entscheiden, müssen Sie nach dem Gebrauch des Sonderkündigungsrechts nichts weiter unternehmen – Ihr Grundversorger meldet sich automatisch bei Ihnen. Beachten Sie, dass Grundversorgungstarife in der Regel keine Preisgarantie bieten und Preise kurzfristig angepasst werden können.

Photovoltaik

27.01.2022

Was ist Photovoltaik und wie wird die Technologie genutzt? Was muss ich als Betreiber einer Solaranlage beachten? Wie viel kostet eine Photovoltaikanlage? Diese und weitere Fragen rund um das Thema Photovoltaik beantworten wir in unserem Ratgeber.

Was ist Photovoltaik?

Unter Photovoltaik versteht man die Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie mittels Solarzellen. Solarenergie gehört zu den erneuerbaren Energien. Photovoltaik wird weltweit zur Stromerzeugung genutzt. Laut Internationaler Energieagentur (IEA) wird die Stromerzeugung aus Photovoltaik bis 2030 ein Drittel des weltweiten Strombedarfs decken. Konkret soll die Stromerzeugung aus Solarenergie von derzeit 664 auf 4.813 Terawattstunden anwachsen.

Das Wichtigste zuerst

  1. Photovoltaik ist die Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie mittels Solarzellen.
  2. Rund sechs Prozent des erzeugten Stroms in Deutschland stammen aus Photovoltaikanlagen.
  3. Die Kosten für eine Komplettanlage werden immer günstiger. Eine Photovoltaikanlage ist bereits ab 5.400 Euro erhältlich.
  4. Die im EEG festgelegte Einspeisevergütung pro Kilowattstunde wird immer geringer. Seit 2022 liegt sie bei 6,83 Cent pro Kilowattstunde.
  5. Eine Photovoltaikanlage lohnt sich für den Eigenverbrauch.
  6. Wer den Solarstrom hauptsächlich selbst verbraucht, sollte einen Stromspeicher installieren.

Lohnt sich der Eigenverbrauch bei Photovoltaikanlagen?

Wer seine Photovoltaikanlage bereits zwischen dem 01.01.2009 und 31.03.2012 in Betrieb genommen hat, erhält nicht nur für den eingespeisten Strom eine Einspeisevergütung, sondern auch für den selbst verbrauchten Strom.

Seit 01.04.2012 gelten neue Regelungen für den Eigenverbrauch. Wer heute eine Photovoltaikanlage in Betrieb nimmt, erhält für den selbst verbrauchten Strom keine Einspeisevergütung mehr, dennoch lohnt sich der Eigenverbrauch für Anlagenbetreiber. Der selbst erzeugte Strom ist nämlich viel billiger als der Strom aus dem Netz. Wer selbst Strom erzeugt und ihn direkt im eigenen Haushalt verbraucht, schützt sich zudem vor steigenden Strompreisen. Mit selbst erzeugtem Solarstrom sparen Verbraucher Geld und schonen die Umwelt. Je mehr Solaranlagen auf privaten Dächern gebaut werden, desto weniger müssen neue Stromtrassen gebaut werden. Eine Solaranlage zu installieren, ist nur eine Maßnahme für Verbraucher, die energieeffizient bauen und sanieren möchten.

Muss ich für den Eigenverbrauch die EEG-Umlage zahlen?

Je nach Anlagengröße müssen Verbraucher seit 01.01.2015 auch auf selbst verbrauchten Strom die EEG-Umlage bezahlen.
Für eine Photovoltaikanlage, die größer als 10 kWp ist, muss die EEG-Umlage bezahlt werden. Da die meisten Anlagen auf Einfamilienhäusern unter einer Leistung von 10 kWp liegen, sind sie von der EEG-Umlage befreit.

Was sind die Komponenten einer Photovoltaikanlage?

Eine Komplettanlage besteht aus folgenden Komponenten:

  • Solarmodule – erzeugen aus Sonnenenergie Gleichstrom.
  • Wechselrichter – wandeln den Gleichstrom in Wechselstrom um.
  • Einspeisezähler – misst den Strom, der in das Stromnetz fließt.
  • Eigenverbrauchszähler – misst den Strom, der für den Haushalt genutzt wird.
  • Kabel und Montagegestell – zur Anbringung der Module.
  • Photovoltaik Stromspeicher (optional) – speichert den erzeugten Solarstrom.

Wie viel kostet eine Photovoltaikanlage?

Die Kosten für eine Photovoltaikanlage werden immer günstiger. Eine komplette Solaranlage kostet für ein kleines Dach oder auf einem Tiny House (25 qm) etwa 5.400 Euro. Der tatsächliche Preis hängt von unterschiedlichen Preisfaktoren ab. Die Montagekosten hängen von der Dachform und von der Dacheindeckung ab. Zudem ist entscheidend, wie gut das Dach zugänglich ist. Ist es schwer zugänglich, muss ein Gerüst aufgestellt werden, dadurch entstehen zusätzliche Kosten. Mittlerweile gibt es viele Photovoltaik-Anbieter. Die Preise für die Solarmodule und Wechselrichter variieren je nach Firmenmarke. Natürlich erhebt auch jeder Fachbetrieb für die Installation unterschiedlich hohe Preise. Hier gibt es große regionale Unterschiede. Viele Firmen bieten spezielle Photovoltaik-Rechner an, um die genauen Kosten zu ermitteln.

Was kostet eine Photovoltaikanlage für ein Einfamilienhaus?

Dachgröße Kosten pro qm Kosten für Solaranlage
Kleines Dach (25 qm) ca. 216 Euro ca. 5.400 Euro
Mittleres Dach (50 qm) ca. 180 Euro ca. 9.000 Euro
Großes Dach (72 qm) ca. 172 Euro ca. 12.900 Euro

 

Eine mittelgroße Photovoltaikanlage (bis circa 10 kWp Leistung) mit optimaler Ausrichtung nach Süden lohnt sich nach etwa zwölf Jahren. Sie müssen mit einer Amortisationszeit von mindestens 10 Jahren rechnen. Wenn Sie Solarstrom für den Eigenverbrauch nutzen, ist eine Photovoltaikanlage besonders lukrativ für Sie. Denn Sie können Solarstrom deutlich günstiger erzeugen, als dieser von den Netzbetreibern angeboten wird. Da die Strompreise immer höher und die Solarmodule gleichzeitig immer günstiger werden, lohnt sich eine Solaranlage auch 2021 für Sie. Damit der Solarstrom auch genutzt werden kann, wenn niemand zu Hause ist, sollte ein Speicher installiert werden. Sie müssen die Finanzierung der Solaranlage inklusive Montage und Speicher nicht alleine stemmen, es gibt zahlreiche Möglichkeiten der Förderung.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung für Photovoltaik?

Die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verankert. Verbraucher erhalten einen Vergütungssatz für jede Kilowattstunde, die sie in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Die Vergütung ist abhängig von der Anlagengröße, dem Jahr der Inbetriebnahme und dem Installationsort. Üblicherweise gelten die Vergütungssätze ab Inbetriebnahme 20 Jahre lang. Auch wenn die Einspeisevergütung von Jahr zu Jahr sinkt, erhalten Betreiber 20 Jahre denselben festen Vergütungssatz, nämlich den, der zur Zeit der Inbetriebnahme galt.

Die Anschaffungskosten für eine Solaranlage sind in den letzten Jahren zwar immer günstiger geworden, die Vergütungssätze sind jedoch gesunken. Die Einspeisevergütung für eine Photovoltaikanlage mit bis zu 30 kWp Leistung sank von rund 57,4 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2004 auf 12,2 Cent/kWh im Jahr 2018. Deshalb lohnt es sich für Anlagenbetreiber, den erzeugten Strom selbst zu verbrauchen.

Einspeisevergütung 2022 Photovoltaik

Inbetriebnahme bis 10 kWp bis 40 kWp bis 100 kWp
Januar 2022 6,83 Cent/kWh 6,63 Cent/kWh 5,19 Cent/kWh
Februar 2022* 6,73 Cent/kWh 6,63 Cent/kWh 5,11 Cent/kWh
März 2022* 6,63 Cent/kWh 6,44 Cent/kWh 5,03 Cent/kWh
April 2022* 6,53 Cent/kWh 6,34 Cent/kWh 4,96 Cent/kWh
Mai 2022* 6,43 Cent/kWh 6,25 Cent/kWh 4,88 Cent/kWh
Juni 2022* 6,34 Cent/kWh 6,15 Cent/kWh 4,81 Cent/kWh
Quelle: Bundesnetzagentur, Solarbüro Amrum; (*voraussichtliche Werte je nach Zubau/ Bemessungszeitraum; festgelegt durch die Bundesnetzagentur jeweils für 3 Folgemonate)

 

Werden Photovoltaikanlagen noch gefördert?

Zusätzlich zur staatlichen Vergütung können Sie bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) günstige Darlehen für den Anlagenbau beantragen. Einige Gemeinden bieten zudem regionale Fördermöglichkeiten für ihre Bürger. Fragen Sie am besten im Bürgerbüro Ihrer Gemeinde nach möglichen Zuschüssen.

 

 

Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, Ihre Photovoltaikanlage bei der Bundesnetzagentur anzumelden.

Kann ich die Kosten für eine PV-Anlage von der Steuer absetzen?

Anlagenbetreiber, die Strom nur für den Eigenverbrauch erzeugen, können alle Ausgaben, die durch den Betrieb der Photovoltaikanlage entstehen, als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Unter die Werbungskosten fallen die Anschaffungskosten, die laufenden Betriebskosten, Kosten für Wartung, Reparatur, Finanzierung und Versicherung.

 

Welches Steuermodell – Kleinunternehmer oder Vorsteuerabzug?

Wer eine Photovoltaikanlage betreibt und den Strom ins öffentliche Netz einspeist, gilt als Unternehmer, da der Strom an Dritte verkauft wird. Sobald Betreiber Gewinn erwirtschaften, müssen sie Einkommensteuer abführen. Wer sich als Kleinunternehmer anmeldet, muss weder Umsatzsteuer auf selbst verbrauchten noch auf eingespeisten Strom bezahlen. Kleinunternehmer erhalten die Mehrwertsteuer, die beim Anlagenkauf erhoben wird, nicht zurück. Unternehmer, die den Vorsteuerabzug nutzen, erhalten zwar die Mehrwertsteuer zurück, müssen aber die Mehrwertsteuer auf den übers Jahr erzeugten Strom abführen. Beide Steuermodelle haben ihre Vor- und Nachteile. Informieren Sie sich am besten bei einem Steuerberater, welches Modell für Sie passend ist.

Wie erfolgt die Reinigung der Photovoltaikanlage?

Obwohl die Solarmodule zum Teil auf natürliche Weise von Regen und Schnee gereinigt werden, reichen Regengüsse nicht aus, um hartnäckige Verschmutzungen zu entfernen. Sie können spezielle Reinigungsunternehmen beauftragen oder die Reinigung selbst übernehmen. Sie sollten die Reinigung der Module nur selbst übernehmen, wenn Ihre Solaranlage gut erreichbar ist. Ist ein Gerüst notwendig und die Absturzgefahr hoch, empfiehlt es sich einen professionellen Reinigungsdienst zu beauftragen.

 

Wenn Sie die Photovoltaik-Anlage selbst reinigen möchten, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Verwenden Sie niemals Hochdruckreiniger, da sie die empfindlichen Glasbestandteile Ihre Anlage zerstören könnten.
  • Benutzen Sie sanfte Reinigungsmittel – vermeiden Sie säurehaltige oder ätzende Inhaltsstoffe.
  • Verwenden Sie möglichst kalkarmes Wasser, um Schlieren und Kalkstreifen zu vermeiden.
  • Benutzen Sie weiche Schwämme oder Bürsten, vermeiden Sie Stahlwolle oder harte Bürsten, damit die Oberflächen nicht zerkratzt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie?

In Photovoltaikanlagen wird Strom erzeugt, mit Solarthermie wird Wärme gewonnen. Die Wärme kann je nach Anlagenart zur Warmwasserbereitung oder zur Heizungsunterstützung genutzt werden. In Kombianlagen ist beides möglich. Mit einer Solarthermie-Anlage spart man 60 Prozent der Kosten für die Warmwasserbereitung und 15-30 Prozent der Heizkosten. Lassen Sie sich von einem Fachbetrieb beraten, welche Art der Solaranlage für Sie am günstigsten ist. Ob sich eine solarthermische Anlage gut in Ihr Haus integrieren lässt, hängt auch von der Art der Heizung ab. In unserem Ratgeber erfahren Sie mehr über Solarthermie.

Wie funktioniert eine Plug & Play – Solaranlage?

Eine neue Art der Photovoltaikanlagen ist besonders für Mieter interessant. Die sogenannten Plug & Play-Solaranlagen orientieren sich am Prinzip der großen Photovoltaikanlagen, sind aber wesentlich kleiner und unkomplizierter in der Installation. Ein 195-Watt-Solarmodul hat zum Beispiel eine Fläche von 1,3 Quadratmetern und wiegt nur 15 Kilogramm. Mit einem Akkubohrer kann sie auf dem Balkon, an der Fassade oder der Garage angebracht werden. Die Mini-Photovoltaikanlagen sind nur für den Eigenverbrauch geeignet. Der erzeugte Strom darf nicht in das öffentliche Netz eingespeist werden, da die Anlagen nicht den technischen Anforderungen der Bundesnetzagentur entsprechen. Die Mini-Solaranlage muss direkt mit einer Steckdose verbunden sein. Damit garantiert kein Strom ins Netz fließt, muss eine sogenannte Rücklaufsperre eingebaut werden. Diese Sperre verhindert, dass nicht sofort verbrauchter Strom ins Netz fließt. Als Mieter sollten Sie vor der Installation einer Plug & Play-Anlage den Vermieter um Erlaubnis fragen.


CHECK24 Energieexpertin Sara Hofmann Sara Hofmann
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