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Pflegestatistik: Fast 2,9 Millionen Pflegebedürftige

München, 17.1.2017 | 16:41 | are

Es gibt immer mehr Pflegebedürftige in Deutschland. Innerhalb von zwei Jahren ist die Zahl um fast neun Prozent gestiegen. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor.

Älteres Ehepaar sitzt auf Sofa mit Rollstuhl im Vordergrund.Durch die immer älter werdende Bevölkerung steigt auch die Zahl der Pflegebedürftigen an.
Demnach waren Ende 2015 fast 2,9 Millionen Menschen pflegebedürftig. Im Dezember 2013 zählte das Statistische Bundesamt noch rund 2,6 Millionen – ein Anstieg um rund neun Prozent in zwei Jahren.
 
Vor allem ältere Menschen sind laut den aktuellen Zahlen auf Pflege angewiesen. 83 Prozent der Pflegebedürftigen sind demnach 65 Jahre und älter. Mehr als ein Drittel ist mindestens 85 Jahre alt. Dabei betrifft die Pflegebedürftigkeit mehr Frauen als Männer: rund 64 Prozent der Pflegebedürftigen sind weiblich.
 

Drei Viertel lassen sich zu Hause pflegen

Aus den Zahlen geht außerdem hervor, dass sich fast drei Viertel aller Pflegebedürftigen (über zwei Millionen Menschen) zu Hause versorgen lassen. Bei einem Großteil davon übernehmen die Angehörigen die pflegerischen Tätigkeiten.
 
Bei rund einem Drittel der Pflegebedürftigen, die sich zu Hause pflegen lassen, sind ambulante Pflegedienste vollständig oder zusammen mit Angehörigen für die Pflege verantwortlich.
 
Eine vollstationäre Pflege nehmen rund 783.000 Pflegebedürftige in Anspruch.
 

Vor allem häusliche Pflege nimmt zu

Gerade die häusliche Pflege wird immer öfter in Anspruch genommen. So stieg die Zahl der ambulant Versorgten in zwei Jahren um 11,6 Prozent. Bei der Zahl der Pflegebedürftigen, die vollstationär gepflegt werden, gab es einen Zuwachs von 2,5 Prozent.
 
Der deutlich höhere Zuwachs bei der ambulanten Pflege lässt sich unter anderem auf die Pflegereformen zurückführen. Durch die Reformen wurde vor allem die häusliche Pflege gefördert. Lässt sich eine Person mit einer geringeren Pflegebedürftigkeit dagegen stationär pflegen, muss sie künftig einen höheren Eigenanteil aus eigener Tasche bezahlen – es sei denn, sie hat mit einer privaten Pflegezusatzversicherung vorgesorgt.

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