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Viele Gebühren, viele Zusatzleistungen Wenige Bankkunden verstehen die Preismodelle beim Girokonto

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Nicht mal jeder Dritte hält die Preisgestaltung der Banken beim Girokonto für nachvollziehbar und transparent. Ein Bankwechsel kommt für die meisten aber nicht infrage. Dabei könnten sie so häufig viel Geld sparen.
Preismodelle beim Girokonto

Nur wenige Verbraucher können bei den aktuellen Girokonto-Modellen noch den Überblick bewahren.

Die Gebühren für Girokonten sind zuletzt auf breiter Front gestiegen. Vielerorts kosten Leistungen heute Geld, die vor Kurzem noch umsonst waren. Gerade aufgrund der Kosten für viele Einzelleistungen unterscheidet sich die Preisgestaltung bei Girokonten oft erheblich. So sehr, dass die Mehrheit der Bankkunden offenbar längst den Durchblick verloren hat. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Sachsen empfinden gerade mal 31 Prozent der Befragten die Preismodelle der Banken und Sparkassen als transparent und nachvollziehbar. „Bankkunden sollten sich daher genau überlegen, was sie von ihrem Girokonto erwarten und wofür sie zu zahlen bereit sind“, sagte Carmen Friedrich, Leiterin des Marktwächterteams, gegenüber CHECK24.

Besonders ärgerlich sind dabei vor allem Gebühren, die bereits bei der alltäglichen Nutzung anfallen. Bei manchem Girokonto ist bereits die einzelne Buchung kostenpflichtig. Mit einer besonders ausgefallenen Idee hat zuletzt die Sparkasse Soest für Aufmerksamkeit gesorgt: Sie verlangt künftig für jeden Mausklick im Onlinebanking eine Gebühr von zwei Cent. Zugleich bieten viele Banken zum Girokonto noch verschiedene Zusatzleistungen. Einige davon haben mit der Geldverwahrung nur wenig oder gar nichts zu tun. So bietet zum Beispiel die Hamburger Sparkasse zu ihrem Premiumkonto unter anderem Kino-Gutscheine und einen Schlüsselfund-Service.

Wenig Gegenliebe für Zusatzleistungen

Die häufig angebotenen Zusatzleistungen gehören aus Sicht vieler Verbraucher jedenfalls nicht dazu. Weniger als ein Viertel der Befragten findet es gut, dass Geldhäuser zu ihren Bankprodukten noch Shopping-Vorteile anbieten. Die teils ausgesprochen umfangreichen Versicherungspakete, die besonders häufig auch als Zusatzleistung von Kreditkarten angeboten werden, sind knapp der Hälfte von ihnen (44 Prozent) einfach egal.

Trotzdem fühlen sich drei von vier Verbrauchern offenbar wohl bei ihrem derzeitigen Geldhaus. Diejenigen, die ihr Konto bislang noch nicht gewechselt haben, gaben als wichtigsten Grund dafür die allgemeine Zufriedenheit mit ihrer Bank an. Ihnen rät Friedrich, sich bei Unklarheiten zunächst bei der Bank selbst kundig zu machen und gegebenenfalls zu prüfen, ob vielleicht auch ein anderes Kontomodell besser geeignet wäre.

So haben auch trotz der neuen digitalen Wechsel-Dienste bislang nur wenige Bankkunden Erfahrungen mit dem Kontowechsel. Gerade mal ein Viertel der Befragten hat schon einmal das hauptsächlich genutzte Girokonto gewechselt. Allerdings: Diejenigen, die schon einmal gewechselt haben, schätzen den damit verbundenen Aufwand im Nachhinein mehrheitlich als gering ein. Als wichtigsten Grund für ihren Kontowechsel gaben sie den Preis an. Kein Wunder, kann der Kostenunterschied zwischen den verschiedenen Girokonten doch schnell bis zu 160 Euro im Jahr betragen.
 

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