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Wenn sich das Girokonto von alleine leert Kontogebühr verzehnfacht

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Da dürften die Kunden einer Raiffeisenbank im Taunus nicht schlecht gestaunt haben: Viele von ihnen müssen jetzt die zehnfache Kontogebühr bezahlen – statt drei Euro im Monat kostet das Girokonto neuerdings 30. Was können Bankkunden tun, wenn sich ihr Girokonto plötzlich von alleine leert?
Kontogebühren

Wer sein Girokonto wechselt, kann sich mitunter hohe Gebühren sparen.

Mit 30 Euro im Monat ließe sich eine Menge anstellen: Einmal Essen gehen zum Beispiel, drei Musik-Streaming Dienste abonnieren oder aufs Jahr gerechnet 360 Euro für schlechte Zeiten zurücklegen. Umso ärgerlicher, wenn das Geld einfach so vom Konto verschwindet – nur für das Konto selbst. So geht es seit Kurzem vielen Kunden der Raiffeisenbank Oberursel. Sie müssen neuerdings für ihr Girokonto statt wie bisher drei Euro jetzt 30 Euro bezahlen. Darüber hat zuerst die Bild-Zeitung berichtet. Immerhin sind viele Leistungen jetzt in der Kontogebühr inbegriffen, die die Bank zuvor zusätzlich berechnet hatte. Dazu gehörte zum Beispiel eine Gebühr für die Nutzung der bankeigenen Geldautomaten.

Dabei ist Oberursel eigentlich ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Gewohnheiten bei Bankgeschäften wandeln. Immer mehr Menschen erledigen diese heute im Internet. Weil die Banken damit einiges an Verwaltungskosten sparen können, sind reine Online-Konten oft deutlich günstiger als ein Girokonto mit intensiver Betreuung in der Filiale. So auch in Oberursel: Wer sich bereit erklärt, seine Geldgeschäfte künftig nur noch online zu erledigen, zahlt statt den bisherigen drei Euro künftig gar nichts mehr für das Girokonto. Nur für Zusatzleistungen, vor allem, wenn sie in der Filiale erbracht werden, fallen in diesem Fall zum Teil noch saftige Extragebühren an. So liest sich jedenfalls die Vorstellung des zweiten neuen Kontomodells auf der Website der Raiffeisenbank, bei der etwa für eine „Beratungsdienstleistung“ 25 Euro pro 15 Minuten vermerkt sind.

Kontogebühren erhöht? Das können Sie tun

Die Raiffeisenbank in Oberursel ist nur eine von zahlreichen Banken in Deutschland, die in den letzten Jahren die Kontogebühren erhöht haben. Im Gegensatz zu den teils abenteuerlichen Sondergebühren, die andere Banken eingeführt haben, wissen ihre Kunden beim teureren Kontomodell zumindest sehr genau, wie viel sie am Ende des Monats zahlen müssen. Was aber tun, wenn die Bank die Gebühren erhöht?
  • Grundsätzlich müssen Gebührenerhöhungen zwei Monate im Voraus schriftlich angekündigt werden, zum Beispiel per Brief oder auf dem Kontoauszug. Bis zum dort genannten Stichtag können Sie der neuen Gebührenordnung widersprechen. Doch das lohnt sich in der Regel nur, wen Sie für Ihre Geldgeschäfte ohnehin längst ein anderes Girokonto nutzen. Denn beim Widerspruch kann die Bank Ihnen das Konto kündigen.
  • Besonders leicht können Sie dagegen Gebühren sparen, wenn Sie Ihr Kontomodell ändern. Besonders viel können Sie sparen, indem Sie von einer Filial- zu einer Direktbank wechseln. Damit zahlen Sie bis zu 160 Euro weniger im Jahr. Das zeigt eine Berechnung von CHECK24 aus dem vergangenen Jahr. Hierbei kostete das teuerste Girokonto (bei der Hamburger Sparkasse) einen Beispielkunden allerdings mit „nur“ rund 166 Euro im Jahr nicht Mal die Hälfte der Grundgebühr, die die Raiffeisenbank Oberursel heute für ihr Konto verlangt. Insofern kann sich selbst ein Wechsel zu einer anderen Filialbank mittlerweile durchaus bezahlt machen.
  • Gut zu wissen: Sowohl die alte Bank als auch die neue Bank müssen Sie beim Kontowechsel unterstützen. Dazu sind sie gesetzlich verpflichtet. Die Banken haften, sollte es beim Kontowechsel zu Problemen kommen. Noch einfacher und vor allem kostenlos geht der Kontowechsel mithilfe eines digitalen Wechselservices, den viele Banken heute anbieten. Dieser informiert Ihre Zahlungspartner automatisch über die neue Kontoverbindung und kann auch zum Beispiel Daueraufträge automatisch umziehen. In jedem Fall sollten Sie beide Konten noch einige Monate parallel führen, bevor Sie das alte Konto kündigen. So schließen Sie aus, dass nicht doch noch einer Ihrer Zahlungspartner vergessen wurde.

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