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Flucht vor Kontogebühren Direktbanken gewinnen mehr Kunden

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Die Zahl der Kunden von Direktbanken wächst stetig. Vor allem die Kontogebühren vieler Filialbanken bescheren den reinen Online-Banken Neukunden. Besonders bei einer Altersgruppe sind die Direktbanken sehr beliebt.
Girokonto Direktbank

Dank kostenlosen Girokonten wechseln immer mehr Verbraucher zu einer Direktbank.

Ein Konto bei einer Bank ohne Filialen: Noch vor wenigen Jahren war das kaum für Bankkunden vorstellbar. Mittlerweile ist es fast schon Normalität – immer mehr Verbraucher eröffnen Konten bei Direktbanken. Zu diesem Ergebnis kommt die Direktbankenstudie 2017 der Unternehmensberatung Investors Marketing. Den Autoren zufolge stieg die Zahl der Kunden von 17,3 Millionen im Jahr 2015 auf 18,2 Millionen im letzten Jahr, was einer jährlichen Wachstumsrate von etwa fünf Prozent entspricht. Ausgehend von diesem Wachstum prognostizieren die Unternehmensberater, dass bis zum Jahr 2020 noch vier Millionen Verbraucher ein Konto bei einer Direktbank eröffnen werden. Die Zahl der Direktbankenkunden in Deutschland würde sich dann insgesamt auf 22 Millionen belaufen. Zur Jahrtausendwende waren es erst 3,9 Millionen Kunden. Die Einlagen bei allen Direktbanken beliefen sich gegen Ende letzten Jahres auf 286 Millionen Euro – ein Marktanteil von ungefähr 14 Prozent.

Vor allem für Berufseinsteiger und Kunden mittleren Alters scheinen die Angebote der reinen Online-Banken attraktiv zu sein. Gestiegene Finanzbedürfnisse der 30- bis 45-Jährigen sorgen dafür, dass diese Altersgruppe ihre Bankgeschäfte kostenbewusster regelt.

Gebührenerhöhungen treiben Kunden von Filialbanken in die Flucht

Grund für den zuletzt steten Zuwachs von Neukunden bei den Direktbanken dürfte vor allem die Einführung von Kontogebühren beziehungsweise Gebührenerhöhungen bei Girokonten von zahlreichen Filialbanken sein. „Die Gebührenerhöhungen bei Filialbanken haben den Direktbanken im vergangenen Jahr viele Neukunden beschert“, so Oliver Mihm, Vorstand von Investors Marketing. Tatsächlich bieten Direktbanken ihren Kunden noch gebührenfreie Girokonten. Da sie kein kostspieliges Filialnetz unterhalten müssen, stehen sie nicht so sehr unter dem Druck, die Kosten welche durch Niedrigzinsen entstehen, durch Gebühren an ihre Kunden weiterzureichen.

Ein weiterer Grund dafür, dass mehr Kunden zu Direktbanken wechseln, dürfte das seit September letzten Jahres geltende Zahlungskontengesetz sein, das Banken gesetzlich zur Kontenwechselhilfe verpflichtet. Demnach müssen sowohl das alte als auch das neue Kreditinstitut den Kunden beim Kontowechsel unterstützen. Verbraucher, die sich über hohe Gebühren bei ihrer Bank ärgern, könnten so zu einem Kontowechsel verleitet werden.
 

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