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Mehrwertkonten 2017 - Weniger Leistungen, höhere Gebühren Das Girokonto mit besonderen Vorzügen im Test

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Wenn schon Kontoführungsgebühren, dann aber wenigstens mit umfassenden Gegenleistungen: Unter diesem Motto lassen sich viele Premium-Girokonten verstehen. Wie diese im Test abschneiden und für wen sie infrage kommen, verrät eine Untersuchung im Auftrag von n-tv.
Premium-Girokonten im Test

Die Luxus-Version des Girokontos wartet oft mit zahlreichen Vorzügen auf. Aber lohnt sie sich auch?

Für manche Bankkunden sollte das Girokonto vor allem eines sein: kostenlos. Andere zahlen für diese Leistung lieber etwas mehr, um dafür zum Beispiel einen persönlichen Ansprechpartner in der Filiale vor Ort zu haben. Viele Banken bieten zum Girokonto darüber hinaus auch noch zahlreiche Zusatzleistungen, von der Reiseversicherung bis zum Schlüsselfunddienst. Solche Angebote nimmt das Deutsche Institut für Service-Qualität in seinem jährlichen „Mehrwertkonten“-Test im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv unter die Lupe. Getestet werden die entsprechenden Angebote von zehn großen Filialbanken.

Insgesamt kommt die Studie 2017 zu einem ernüchternden Ergebnis. Während an den Sonderleistungen gespart wurde, sind die Preise gestiegen. Im Schnitt kostet ein solches Mehrwert-Konto 10,85 Euro an monatlichen Grundgebühren und damit sogar noch ein paar Cent mehr als in der Untersuchung vom Vorjahr. Drei der zehn Konten kosten selbst bei einem monatlichen Geldeingang von 1.500 Euro über 16 Euro im Monat. Auch Guthabenzinsen sind im Mittel erneut gesunken, von durchschnittlich 0,027 Prozent im vergangenen Jahr auf nun gerademal noch 0,002 Prozent.

Insgesamt positiv bewerteten die Tester das teilweise sehr umfassende Angebot an Reisedienstleistungen. So ist zum Beispiel eine Auslandsreise-Krankenversicherung bei neun der zehn Girokonten inklusive. Doch auch hier haben die Anbieter im Vergleich zu 2016 gespart. Im Mittel erhielten die getesteten Banken 70 von 100 möglichen Punkten in dieser Kategorie. Im vergangenen Jahr waren es noch 81.

Zwei Mehrwertkonten sind „gut“

Nur zweimal vergaben die Tester überhaut die Gesamtnote gut, nämlich für das „Logo! premium“ der Sparkasse Aachen und für den Testsieger: das „HaspaJoker premium“ der Hamburger Sparkasse (Haspa). Hier erhalten die Kunden tatsächlich ein gewaltiges Packet an Zusatzleistungen. Dazu gehören zum Beispiel die Versicherung von bis zu zwei Mobilgeräten pro Kontoinhaber, ein Schlüsselfundservice und vielerlei Rabatt-Programme. Zum Konto gibt es außerdem eine kostenlose Kreditkarte, die ihrerseits mitunter eine Auslandsreise-Krankenversicherung, eine Reiserücktritts-, eine Reiseabbruch-Versicherung sowie einen Internet-Käuferschutz beinhaltet. Auch bei den eigentlichen Bankleistungen schneidet das Girokonto dank kostenlosem Zahlungsverkehr und verhältnismäßig niedrigen Dispozinsen gut ab.

Die monatliche Kontoführungsgebühr liegt allerdings bei stattlichen 16,90 Euro. Ob dieses Gesamtpacket die insgesamt über 200 Euro im Jahr tatsächlich wert ist, muss letztlich jeder Verbraucher für sich selbst entscheiden. „Meist lohnen die Konten nur dann, wenn die Mehrwerte auch umfänglich genutzt werden“, heißt es im Ergebnis der Studie. Grundsätzlich sollten Verbraucher bei solchen Paketen also prüfen, welche Leistungen sie davon tatsächlich nutzen würden und, ob diese nicht anderweitig günstiger zu haben sind. Je umfangreicher die Zusatzleistungen, desto schwerer ist freilich die Einschätzung ob ihr Preis auch gerechtfertigt ist.

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