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Unterschiedliche Zuschnitte, aber Transparenz Bankenverband für einfache Gebührenmodelle beim Girokonto

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Kontoinhaber sollen auf einen Blick verstehen, wie viel sie für welche Leistung bezahlen. Dafür spricht sich Bankenverbandschef Michael Kemmer aus.
Intransparente Gebühren statt Strafzinsen

Wie viel eine Bank für einzelne Leistungen rund ums Girokonto verlangt, ist nicht immer sofort ersichtlich.

Gebührenmodelle bei Girokonten sollten einfach und für den Kunden verständlich sein, findet Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken. Im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa, aus dem die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) zitiert, fordert Kemmer „volle Transparenz“. Es dürfe nicht sein, dass ein Kunde erst „zehn Seiten Kleingedrucktes“ lesen muss, um herauszufinden, wofür er wie viel bezahle.

Mit dem Appell an seine eigene Branche reagiert Kemmer auf Vorwürfe von Verbraucherschützern. Klaus Müller, der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, hat kürzlich von einem „Wildwuchs“ bei Gebühren gesprochen, wie Spiegel Online berichtet. Es müsse im Interesse der Banken selbst liegen, „Kunden nicht zu verwirren“.

Aufsehen hat in dem Zusammenhang zuletzt eine Gebührenänderung bei der Raiffeisenbank Oberursel erregt: Sie bietet seit Anfang August ein sogenanntes „FullService Konto“ zum Pauschalpreis von 30 Euro im Monat an. Mit dieser Gebühr sind Leistungen wie die persönliche Beratung in der Filiale und eine Kreditkarte abgegolten. Zuvor kostete das Girokonto bei der Bank drei Euro im Monat – die neue Gebühr ist zehn Mal so hoch. Parallel führte die Raiffeisenbank ein Konto ohne monatliche Grundgebühr speziell für Online-Nutzer ein. Inhaber dieses Kontos nehmen Basisleistungen wie elektronische Kontoauszüge oder beleglose Buchungen und Daueraufträge kostenlos in Anspruch, bezahlen aber Filialleistungen wie eine persönliche Beratung oder auch die Kreditkarte zum Konto einzeln. Möglicherweise bezahlen durch die neuen Modelle viele Kunden künftig mehr für ihr Konto, dafür sind bei der Online-Variante die einzelnen Leistungen nachvollziehbar bepreist.

Verschiedene Kontomodelle je nach Kundenbedürfnis

Solche Unterschiede bei den Kontomodellen soll es aus Sicht von Michael Kemmer weiterhin geben, um verschiedenen Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden. Weil die Banken hierzulande miteinander im Wettbewerb stünden, bestehe keine Gefahr, dass Kunden dabei übermäßig belastet würden, so Kemmer laut FAZ.

Er räumte ein, dass Banken kostenlose Leistungen jahrelang intern quersubventioniert hätten. Jetzt sei dies wegen der Niedrigzinsen und hoher Investitionen nicht mehr möglich. Die Banken müssten daher ihre Kunden durch neue Gebühren an ihren Kosten beteiligen. 

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