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TK-Geburtenreport: Fast jedes dritte Baby kommt per Kaiserschnitt zur Welt

München, 3.7.2017 | 16:50 | are

Die Kaiserschnittrate in Deutschland ist in den letzten Jahren gestiegen. Mittlerweile kommen 31 Prozent der hierzulande geborenen Kinder per Kaiserschnitt zur Welt. Deutschland liegt damit über dem Durchschnitt der OECD-Länder (27 Prozent). 

Arzt hört Schwangere mit Stethoskop ab.Die TK fordert eine umfangreichere Aufklärung werdender Mütter über die Folgen eines Kaiserschnitts.
Das geht aus dem Geburtenreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Mögliche Gründe für den Anstieg sehen die Autoren des Reports unter anderem in den immer älter werdenden Müttern, den geringeren Operationsrisiken und der besseren Planbarkeit für Ärzte und Eltern. Da per Kaiserschnitt geborene Kinder allerdings deutlich häufiger an Infektionen – vor allem der Atemorgane – leiden, hinterfragt die Krankenkasse in ihrem Geburtenreport die hohe Kaiserschnittrate.
 
„Kaiserschnitte können Leben retten, wenn das Wohl von Mutter und Kind durch eine natürliche Entbindung gefährdet ist. Sie bringen jedoch auch Risiken mit sich, die es sorgfältig abzuwägen gilt – besonders, wenn ein Eingriff nicht zwingend notwendig ist, sagte Christof Sohn, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg.
 

Nur jeder zehnte Kaiserschnitt ist zwingend notwendig

Laut dem Report sind rund 90 Prozent der Kaiserschnittentbindungen aus medizinischer Sicht nicht zwingend notwendig. Dazu zählen etwa psychisch motivierte Ursachen wie Geburtsangst oder Stress. Gerade Frauen mit Depressionen trauten sich eine natürliche Entbindung oft nicht zu.
 
Die TK plädiert daher dafür, Schwangere umfassender über die möglichen Langzeitfolgen eines Kaiserschnitts aufzuklären. Sie sieht auch die Geburtshelfer in der Pflicht, zusammen mit den werdenden Müttern Lösungen zu erarbeiten, um Ängste bereits während der Schwangerschaft zu bewältigen.

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