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Studie der DAK Gesundheit: Deutsche fühlen sich gesund und betreiben weniger Vorsorge

München, 16.11.2017 | 11:15 | mst

Die Deutschen haben weniger Angst vor schweren Krankheiten wie Krebs oder Demenz. Das zeigt eine aktuelle Studie der DAK Gesundheit. Gleichzeitig betreiben sie jedoch weniger Vorsorge. 
 

Hautärztin untersucht Patienten beim Hautkrebs-ScreeningDie Deutschen gehen seltener zur Vorsorge - etwa zur Hautkrebsfrüherkennung.
Die meisten Bundesbürger fürchten sich davor, an Krebs zu erkranken (65 Prozent). Auch vor einem Schlaganfall (40 Prozent) oder einer Demenz (39 Prozent) fürchten sich viele.
 
Zum Vergleich: Im Jahr 2010 hatten noch 73 Prozent Angst vor einer Krebserkrankung. Vor einem Schlaganfall fürchteten sich damals 52 Prozent, vor einer Demenz 50 Prozent.
 

Jüngere fürchten sich vor psychischen Erkrankungen

Vor psychischen Erkrankungen fürchten sich besonders Jüngere zwischen 14 und 29 Jahren. Mehr als jeder Dritte befürchtet, an Burn-out, einer Depression oder einem anderen Leiden zu erkranken. Tatsächlich erkranken jedoch ältere Erwachsene deutlich häufiger. Die über 60-Jährigen haben jedoch vergleichsweise selten Angst vor einem Seelenleiden (15 Prozent).
 

Vor diesen Krankheiten fürchten sich die Deutschen

1. Krebs (65 Prozent)
2. Schlaganfall (40 Prozent)
3. Alzheimer/Demenz (39 Prozent)
4. Unfall mit schweren Verletzungen (37 Prozent)
5. Herzinfarkt (33 Prozent)
 

Quelle: DAK-Gesundheit, 11/2017

Die Deutschen tun weniger für ihre Gesundheit

Gleichzeitig tun die Deutschen weniger für ihre Gesundheit. Nur rund jeder Dritte nutzt laut Angaben der Krankenkasse den Gesundheitscheck gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (37 Prozent). Im Jahr 2010 waren es noch 44 Prozent. Die Deutschen treiben mit 76 Prozent zudem weniger Sport (2010: 80 Prozent) und legen mit 71 Prozent weniger Wert auf eine gesunde Ernährung (2010: 77 Prozent).
 
Nur jeder Zweite (49 Prozent) nimmt die Krebsvorsorge in Anspruch. Im Jahr 2010 lag der Anteil noch bei 60 Prozent. Vor allem Männer scheuen den Gang zur kostenlosen Vorsorge: „Gerade Männer kümmern sich lieber um den Zustand ihres Autos als um die eigene Gesundheit“, sagte Elisabeth Thomas, die verantwortliche Ärztin der DAK.
 
Insgesamt fühlen sich die Deutschen gesund: 88 Prozent schätzen ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein.

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