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Neue Früherkennungsrichtlinien: Eltern-Kind-Verhältnis rückt in den Fokus

München, 5.9.2016 | 14:15 | are

Seit 1. September gelten neue Regeln für Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern. Gerade psychische Probleme und Konflikte in der Familie sollen verstärkt beobachtet werden. Das geht aus einer Mitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hervor. 

Ärztin-kleiner-JungeDie kostenlosen U-Untersuchungen für Kinder sollen künftig noch besser werden.
Mit den sogenannten U-Untersuchungen werden der Gesundheitszustand und die Entwicklung von Kindern bis zum Schulalter beobachtet. Um emotionale Störungen frühzeitig zu erkennen, sollen Kinderärzte künftig genauer auf die Interaktion zwischen dem Kind und seinen Bezugspersonen achten.
 
Auch ein Mukoviszidose-Screening zur Erkennung dieser Erbkrankheit sowie Hör- und Sehtests nach festgelegten Standards sind künftig Teil der Früherkennungsuntersuchungen. Zudem sollen die Eltern noch breiter zu Themen wie etwa dem richtigen Impfschutz oder der richtigen Ernährung informiert werden.
 

Gesetzliche Krankenversicherung soll Kosten übernehmen

Das Dokumentationsheftchen das „Gelbe Heft“, das die Untersuchungen festhalten und Eltern informieren soll, gibt es daher nun in einer überarbeiteten Form. Seit 1. September werden die neuen Untersuchungen in Kliniken durchgeführt. Die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.
 
In Kinderarztpraxen ist die Sache etwas komplizierter. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung können die Kosten von den Krankenkassen erst übernommen werden, wenn die Vergütung geregelt wurde. Da dies im Moment noch ausstehe, müssten Eltern mit einer Übergangszeit von bis zu einem halben Jahr rechnen. Im Zweifelsfall sollten Eltern bei ihrem Kinderarzt nachfragen, welche Untersuchungen übernommen werden.

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