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Homöopathie: Kritik an Kügelchen auf Kassenkosten

München, 6.3.2017 | 11:57 | mst

Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für homöopathische Behandlungen. Dies kritisiert der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses.
 

Josef Hecken, Vorsitzender des GBA (Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss)Josef Hecken fordert, die Erstattung von homöopathischen Behandlungen durch die Krankenkassen einzuschränken. Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss.
Der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Josef Hecken, kritisiert die Erstattung von homöopathischen Behandlungen durch die gesetzlichen Krankenkassen. Dies müsse der Gesetzgeber einschränken, fordert Hecken in der aktuellen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS).
 
Auch für homöopathische Mittel müssten Unbedenklichkeit und Nutzen künftig nach den gängigen wissenschaftlichen Standards nachgewiesen werden.
 

Hecken: Gefährliche Grauzone für Patienten

Hecken sagte der Zeitung, für die Patienten habe sich eine gefährliche Grauzone entwickelt, weil Leistungen ohne Nutzennachweis vom Solidarsystem bezahlt würden. Im schlimmsten Fall würden Patienten auf eine wirksame Therapie verzichten.
 
Zudem sollten Homöopathen dazu verpflichtet werden, Patienten nach einem festgelegten Raster über die Risiken einer Behandlung aufzuklären.
 

Homöopathen lehnen Sonderregeln ab

Cornelia Bajic, Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte, lehnt dies ab. Solche Sonderregeln brauche es nicht, sagte Bajic der FAS. Selbstverständlich würden homöopathische Ärzte ihre Patienten aufklären, das sei die Pflicht eines jeden Arztes.
 
Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen Kosten für homöopathische Behandlungen als freiwillige Zusatzleistung. Nach Informationen der FAS erstatten derzeit rund 80 der insgesamt 120 Kassen homöopathische Medikamente als Arznei- und Heilmittel der besonderen Therapierichtungen.

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