Sie sind hier:

Bundesregierung zu Bonusprogrammen: Ein gesunder Lebensstil soll sich lohnen

München, 1.8.2016 | 17:21 | are

Gesundheitsbewusstes Verhalten von Versicherten sollen die gesetzlichen Krankenkassen belohnen. Das geht aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor. 

Frau-mit-FitnessarmbandViele gesetzliche Krankenkassen belohnen ihre Versicherten für gesundheitsbewusstes Verhalten.
Um Versicherte dazu zu bewegen, gesundheitsbewusst zu leben und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, haben viele gesetzliche Krankenversicherungen Bonusprogramme. Wer Nachweise für einen gesundheitsbewussten Lebensstil erbringt – wie etwa eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio – erhält Geld- oder Sachprämien.
 
Die Fraktion der Grünen fragte, welche Erkenntnisse die Bundesregierung über diese Bonusprogramme in der gesetzlichen Krankenversicherung habe. Sie kritisierte, dass solche Angebote problematisch sein könnten – wenn etwa das Solidarprinzip ausgehöhlt werde oder persönliche Daten durch Apps und Fitnesstracker überwacht würden. Bereits im Februar hatte Bundesjustizminister Heiko Maas vor einem möglichen Missbrauch von Gesundheitsdaten gewarnt.
 

Datenschutzrechtliche Einwände weist die Regierung zurück

In der Antwort der Bundesregierung heißt es, dass durch die Bonusprogramme das Ziel unterstützt werde, die individuelle Gesundheit zu erhalten und zu verbessern sowie die Solidargemeinschaft von Ausgaben für Krankenbehandlungen zu entlasten. Das Solidarprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung werde durch die Bonusprogramme nicht ausgehöhlt.
 
Die Aufsichtsbehörden hätten allerdings darauf zu achten, dass bei den Bonusprogrammen die gesetzlichen Voraussetzungen eingehalten würden. Das gelte auch für datenschutzrechtliche Regelungen.
 
Bei einer Datenübermittlung durch Wearables, Fitness- und Gesundheits-Apps sei zu prüfen, ob durch deren Nutzung ein gesundheitsbewusstes Verhalten nachgewiesen werden könne. Wenn solche Geräte als Prämien gewährt würden, bleibe die Art der Verwendung den Versicherten überlassen. Die Versicherten müssten zudem dafür sensibilisiert werden, gewissenhaft mit ihren eigenen Daten umzugehen.

Weitere Nachrichten zum Thema Gesetzliche Krankenversicherung