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Beitragsschulden GKV: Versicherte schulden Kassen sieben Milliarden Euro

München, 7.9.2017 | 11:30 | are

Die Krankenkassen verzeichnen immer höhere Beitragsschulden ihrer Versicherten. Ende Juli beliefen sich die Schulden bereits auf über sieben Milliarden Euro – ein neues Rekordhoch. Das geht aus aktuellen Zahlen des Bundesversicherungsamtes hervor, die der Berliner Zeitung vorliegen.  

Ein junges Paar steckt in finanziellen Schwierigkeiten.Viele Selbstständige in Deutschland können sich ihre Krankenversicherung nicht mehr leisten.
Demnach wachsen die Beitragsschulden immer schneller an. Seit Jahresanfang hat sich der Schuldenberg um fast eine Milliarde Euro auf aktuell sieben Milliarden Euro erhöht. In der abgelaufenen Wahlperiode hat sich der Beitragsrückstand beinahe verdreifacht.
 
Ein großer Teil des Schuldenbergs lässt sich den Angaben zufolge auf die gesetzlich versicherten Selbstständigen zurückführen. Sie allein schulden den Krankenkassen fünf Milliarden Euro.
 

Geringverdienende Selbstständige können Beiträge nicht zahlen

Verantwortlich dafür wird die besondere Form der Beitragsberechnung gemacht. Man geht bei Selbstständigen grundsätzlich von einem Mindesteinkommen von derzeit 2.231 Euro monatlich aus. Hinzu kommt, dass Selbstständige den Beitrag komplett selbst zahlen müssen. 
 
Rund zwei Drittel der Selbstständigen in Deutschland haben der Berliner Zeitung zufolge allerdings ein eher niedriges Einkommen. Den veranschlagten Bruttomonatsverdienst erreichen sie nicht – und werden daher mit unverhältnismäßig hohen Beitragszahlungen belastet.
 

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