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Arzthonorare: Höhere Honorare - Ärzte zeigen sich enttäuscht

München, 20.9.2017 | 11:08 | mst

Die Ärzte sollen von der gesetzlichen Krankenversicherung im nächsten Jahr insgesamt eine Milliarde Euro mehr erhalten. Die Ärztevertreter sind vom Ergebnis der Verhandlungen dennoch enttäuscht.
 

Arzt hört Euro-Symbol mit Stethoskop abDie Ärzte sind mit den Honorarverhandlungen für 2018 nicht zufrieden.
Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen niedergelassenen Ärzten im nächsten Jahr rund eine Milliarde Euro mehr. Das hat der Erweiterte Bewertungsausschuss mit Vertretern von Krankenkassen und Ärzten am Dienstag entschieden.

Nach Angaben des GKV-Spitzenverbands steigt der Orientierungswert, der die Höhe der Vergütung regelt, um 410 Millionen Euro. Die morbiditätsorientierte Gesamtvergütung steigt um 100 Millionen Euro, extrabudgetäre Leistungen etwa für Vorsorgeuntersuchungen um 400 Millionen Euro. Zusätzliche 50 Millionen Euro zahlen die Krankenkassen für das nichtärztliche Praxispersonal der Vertragsärzte.
 
Auch für das laufende Jahr hatten die Ärzte eine Milliarde Euro mehr erhalten.
 
„Das ist eine maßvolle Entscheidung, die sowohl den Honorarinteressen der niedergelassenen Ärzte als auch denen der Beitragszahler gerecht wird“, sagte Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbands.
 

Ärzte sind nicht zufrieden

Die Ärztevertreter zeigten sich hingegen enttäuscht, berichtet die Pharmazeutische Zeitung. Die Entscheidung sei gegen die Stimmen der Ärztevertreter gefallen. Nur 410 Millionen Euro seien bislang sicher vereinbart, der Großteil habe eher Empfehlungscharakter.
 
Die Verhandlungen seien insgesamt für die Ärzte nicht erfreulich gelaufen, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Andreas Gassen. Die Krankenkassen hätten sogar eine Nullrunde vorgeschlagen – aus seiner Sicht ein völlig absurdes Vorgehen.

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