Sie sind hier:

TK-Gesundheitsreport: Azubis fehlen immer häufiger wegen psychischer Probleme

München, 28.6.2017 | 14:57 | are

Die Fehltage wegen psychisch bedingter Krankheiten haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Dabei sind Berufseinsteiger stärker betroffen als der durchschnittliche Arbeitnehmer. Das geht aus dem Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde. 

Junge Arbeitnehmerin sitzt traurig im Büro.Vor allem Berufseinsteiger melden sich immer öfter wegen psychischer Probleme krank.
Die Fehltage wegen psychischer Krankheiten sind bei Auszubildenden zwischen 16 und 25 Jahren demnach seit dem Jahr 2000 um 108 Prozent gestiegen. Die Diagnosen waren etwa Depressionen oder Anpassungs- und Belastungsstörungen.
 
Bei Arbeitnehmern über alle Altersgruppen hinweg betrug der Anstieg in dieser Zeit nur 88 Prozent. Hinter Atemwegs- und Magen-Darm-Infekten steht die Depression bei Berufseinsteigern an dritter Stelle der Ursachen für Krankschreibungen.
 

Azubis fehlen kürzer – dafür aber häufiger

Mit durchschnittlich 11,5 Fehltagen im Jahr haben Auszubildende zwar etwas weniger Krankheitstage als der durchschnittliche Arbeitnehmer (15,2 Fehltage). Dafür sind sie häufiger krankgeschrieben.
 
Insgesamt ist die Zahl der Fehltage 2016 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken.
 
Für den Gesundheitsreport hat die TK Krankschreibungen von 4,8 Millionen Versicherten ausgewertet – darunter 187.000 Auszubildende zwischen 16 und 25 Jahren.
 

Falscher Medienkonsum als Ursache für zu viel Stress

Experten sehen die Ursache für den hohen Stresslevel der Auszubildenden auch im Medienkonsum. So würden viele ihren Feierabend gern mit digitalen Medien verbringen. Das allein sei auch nicht immer schädlich.
 
„Aber der Versuch, sie gleichzeitig oder wechselweise zu nutzen und so ständig abgelenkt und unterbrochen zu sein, kostet das Gehirn Kraft und geht auf Kosten der Regeneration“, so der Neurologe Volker Busch.

Weitere Nachrichten zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung