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Krankenstand: Frauen fehlen vor allem wegen psychischer Erkrankungen

München, 27.1.2017 | 11:47 | are

Krankmeldungen wegen psychischer Leiden haben einen neuen Höchststand erreicht – vor allem Frauen sind betroffen. Insgesamt gingen die Krankschreibungen 2016 allerdings leicht zurück. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der DAK-Gesundheit hervor. 

Frau-weint-DepressionDie meisten Fehltage bei Frauen gingen im vergangenen Jahr auf seelische Leiden zurück.
Demnach waren psychische Erkrankungen mit 246 Fehltagen pro 100 Beschäftigte im vergangenen Jahr auf dem Höchststand. Sie haben sich damit in den letzten 20 Jahren mehr als verdreifacht: 1997 lag die Zahl noch bei 77 Fehltagen.
 
Bei den Frauen waren psychische Probleme für die meisten Krankheitstage verantwortlich: sie machten 311 Ausfalltage je 100 Versicherte aus. Bei den Männern waren es 191 Tage.
 
Gleichzeitig ging der Anteil der Betroffenen leicht zurück. Das bedeutet, dass sich zwar weniger Beschäftigte wegen einer psychischen Erkrankung krankmeldeten, die einzelnen Krankheitsfälle aber länger andauerten. Im Schnitt dauerte ein solcher Krankheitsfall demnach 38 Tage. 2015 waren es noch 35 Tage.
 

Die meisten haben Depressionen

Die meisten Fehltage im Bereich der Seelenleiden gehen auf Depressionen zurück. Je 100 Versicherten verursachten sie 114,4 Fehltage. Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen folgten mit 45,5 Krankheitstagen. Die Diagnose Burn-out war dagegen nur für 4,3 Fehltage verantwortlich.
 

Gesamtkrankenstand sinkt

Insgesamt sank der Gesamtkrankenstand laut DAK-Gesundheit im vergangenen Jahr leicht auf 3,9 Prozent. 2015 lag er bei 4,1 Prozent.

Mehr als die Hälfte aller Fehltage lässt sich dabei auf drei Erkrankungsarten zurückführen. Muskel-Skelett-Erkrankungen – etwa Rückenleiden – machten 22 Prozent aller Fehltage aus, gefolgt von psychischen Erkrankungen (17 Prozent) und Atemwegserkrankungen (15 Prozent).

Während bei den Frauen seelische Leiden erstmals der Grund für die meisten Krankheitstage waren, lagen bei den Männern Muskel-Skelett-Erkrankungen nach wie vor an der Spitze.

Für die Analyse wurden die Daten von 2,6 Millionen berufstätigen DAK-Versicherten ausgewertet. 

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